JUBILÄUMSSPIELZEIT

50 Jahre Grips

Das Kinder- und Jugendtheater startet in ­seine Jubiläums-Spielzeit mit einer Produktion für Kleinkinder ab zwei Jahren

Suppe auslöffeln: Asad Schwarz, Martin Fonfara, Rene Schubert und Regine Seidler (v.l.n.r.) in „Vier sind Hier“– Foto: David Baltzer / bildbuehne.de

Ein poetisches Erlebnis, eine Gruppenerfahrung, eine Geschichte – Theater bietet kleinen Menschen alles, was es auch großen Menschen gibt. Mit seiner dritten Produktion für Kinder ab zwei Jahren begibt sich das Grips Theater jetzt in die so nahe und doch manchmal rätselhafte Welt der Kleinkinder. Für „Vier sind hier“ hat das Produktionsteam um Regisseurin Sabine Trötschel viel in Kitas recherchiert und mit kleinen Kindern gespielt. Und ist dabei auf Grund­erfahrungen gestoßen: „Wer neu in eine Kita kommt“, erzählt Dramaturgin Nora Hoch, „der muss aktiv werden, sich mitteilen. Er lernt mit anderen zu spielen, sich zu streiten und wieder zu vertragen.“

Auf Augenhöhe mit seinem Publikum bleibt das Theater auch zur Jubiläumsspielzeit. „Das Grips kämpfte schon für Kinderrechte, als die noch gar nicht formuliert waren“, sagt Grips-Chef Phillip Harpain, der vor zwei Jahren Grips-Gründer Volker Ludwig nachfolgte. „1969 trat es an, um Thea­ter für die ‚entrechtete Klasse der Kinder’ zu machen.“

Fünf Produktionen für Kinder und Jugendliche stehen auf dem Programm der Jubiläumsspielzeit, darunter ein Puber­tätsstück der bewährten Autorin Kirsten Fuchs und die erste Zusammenarbeit des Grips mit dem inklusiven Theater Thikwa. Zum Ende der Spielzeit kehrt das Theater zu seinen Anfängen zurück: „Balle, Malle, Hupe und Arthur“ war 1971 eines der ersten Grips-Stücke, vier Kinder spielen in einem leerstehenden Haus. Harpain hat einen iranischen Autor und einen griechischen Regisseur mit einer Neubearbeitung beauftragt: „Im diesem Jahrtausend sind Kinder mit anderen kulturellen Hintergründen unterwegs auf der Suche nach Freiräumen.“ Und die heißen „Fatti, Kiki, Korna und Valentin“.

Realistisch bleiben, Kinder ernst nehmen und ermutigen – so tickt Grips seit 50 Jahren, ohne dabei selbst älter zu werden. REGINE BRUCKMANN

6.9.18, 16 Uhr (Premiere), 7.9.18, 11 Uhr, 8.9., 16 Uhr, Grips Theater im Podewil, Klosterstr. 68, Mitte. Regie: Sabine Trötschel; mit Regine Seidler, Rene Schubert, Asad Schwarz, Martin Fonfara. Eintritt 11, erm. 7 €