Kino

Julian Schnabel – A Private Portrait

An Pappi Corsicatos Film über den New Yorker Maler und Filmregisseur Julian Schnabel lässt sich exemplarisch die Problematik von dokumentarischen Künstlerporträts ersehen, die von Verwandten, engen Freunden oder ehemaligen Mitarbeitern der Porträtierten erstellt werden. Auf der Habenseite mag man eine Nähe verbuchen, die ein Außenstehender so vielleicht nicht erreicht hätte, und ein Vertrauen, das oftmals rares Archivmaterial zutage fördert. Auf der anderen Seite kann der Umgang mit dem Sujet ein gänzlich unkritischer sein.

Foto: Portfolio Munoz

Pappi Corsicato ist ein guter Freund Schnabels, der interessanteste Aspekt ­seines Films ist zweifellos die Sammlung von Material, mit dem dessen ­Karriere chronologisch seit den 1970er-Jahren nachvollzogen wird, als er mit großformatigen Bildern die figurative Malerei wieder salonfähig machte. Dazwischen: Aufnahmen aus dem Privatleben, die uns sagen sollen, dass es zwischen Leben und Arbeit des Workaholics eigentlich ­keinen Unterschied gibt, sowie ­Interviews.

Zu Wort kommt auch Schnabel selbst. Denn Bescheidenheit ist definitiv nicht des Malerfürsten Zier, der den Film der Einfachheit halber gleich selbst mitproduziert hat. Das alles ist so dreist, dass es fast schon wieder lustig ist. Eine gewisse Unterhaltsamkeit kann man Schnabels Larger-than-life-Persönlichkeit wahrlich nicht absprechen.

USA/I 2017, 84 Min., R: Pappi Corsicato

https://www.zitty.de/event/dokumentarfilm/julian-schnabel-a-private-portrait/

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