Sozialdrama

Junction 48

Kareem lebt in Lod, einem rauen Ort in der Nähe von Tel Aviv. Bis heute ist der Alltag zwischen Israelis und Palästinenser dort konfliktträchtig. Der Endzwanziger glaubt selbst nur so halb an seinen Durchbruch als Rapper. Der Unfalltod ­seines ­Vaters ist ein Katalysator: Kareem verfolgt seine Ambitionen nun konsequenter – und stößt an Grenzen.

ZITTY-Bewertung: 5/6
ZITTY-Bewertung: 5/6

Was der Film an fiebrigem, zwischen ­emotionalen Extremen schwankendem Lebensgefühl vermittelt, wirkt stimmiger als das Drehbuch. In dem passiert ein bisschen zu viel: Kareems altkommunistische Mutter entdeckt ihre Berufung zur religiösen Schamanin. Seine Freundin Manar wird von reaktionären Cousins bedroht, wegen der Familienehre. Und das sind nur zwei von etlichen Handlungssträngen. Über manch flüchtig gestreiften Aspekt hätte man gerne mehr erfahren.
Nicht nur die zentralen Protagonisten, auch Nebenfiguren werden aufgerieben zwischen Religion, Konflikten mit den Regierung und den Risiken des Drogenhandels. Zwischen familiären Erwartungen und sozialem Konservatismus versucht die frustrierte Jugend, eine Stimme zu finden – wofür ein Genre wie Hip-Hop ein passendes Medium ist. Die Rap-Szenen sind jedenfalls sehr eindrucksvoll.

Kareem, Amir und Talal in Junction 48 Foto: X Verleih
Kareem, Amir und Talal in Junction 48
Foto: X Verleih

Tamer Nafar, der Darsteller Kareems, schrieb am Drehbuch mit. Im wahren Leben ist er Frontmann der palästinensischen Hip-Hop-Combo DAM und konnte so viel authentische Erfahrung einfließen lassen.

ISR/D/USA 2016, 97 Min., R: Udi Aloni, D: Tamer Nafar, Samar Qupty, Salwa Nakkara

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