Konzept in Rot

Die Kabakovs : ein Präzisionsduo

Seit über 30 Jahren bauen Ilya und Emilia Kabakov utopische Welten: Eine Ausstellung in der Tchoban Foundation zeigt, wie die Kabakovs das tun

© Ilya and Emilia Kabakov
Ilya and Emilia Kabakov: „D.0934 The Red Wagon“, 1991, Buntstift, Aquarell, Tusche, 28 × 41 cm © Ilya and Emilia Kabakov

„Kleine Träume“ seien ihre Installationen, so beschreiben Ilya und Emilia Kabakov gern ihre Werke. Fantasievoll sind sie alle­mal, doch stets raumgreifende Projekte. Dazu zählt der spektakuläre Entwurf der „Vertikalen Oper“, einst geplant für das Guggenheim-Museum in New York. Eine rote Bühne sollte das werden auf den schneckenartigen Stockwerken mit Themen rund um Revolution und Wider­stand. Jede Figur, jedes Detail hat Ilya Kabakov in seinen ausgetüftelten Skizzen festgehalten. Ihre Präzision ist kaum verwunderlich: Ilya Kabakov ist diplomierter Grafikdesigner und Buchillustrator. Realisiert wurde das Projekt nie.

Das Tchoban Museum beleuchtet in der Schau „In the Making: Ilya & Emilia Kabakov“ das Verhältnis zwischen Architektur und Installation. Ausgangspunkt ist die These, dass jedes Werk der beiden architektonische Elemente aufweist wie „The Toilet“ (Documenta IX, 1992) und der „Palace of Projects“ in der Zeche Zollverein. Die schöne Auswahl der Werke stammt aus dem privaten Fundus des Künstlerduos und verdeutlicht, wie breit aufgestellt die beiden seit über 30 Jahren arbeiten. Im Mies van der Rohe-Haus ist das Künstlerduo übrigens auch in der aktuellen Gruppenschau „Bewegung als Traum“ zu sehen. 

Bis 23.2.: Tchoban Museum, Christinenstr. 18a, Prenzlauer Berg, Mo–Fr 14–19, Sa/So 13–17 Uhr, 24.+ 25.12. geschlossen, 26.12. 14–19 Uhr, 31.12. + 1.1. geschlossen, 5/3 €

Bis 22.12.: Mies van der ­Rohe-Haus, Oberseestr. 60, Hohenschönhausen, Di–So 11–17 Uhr, Eintritt frei