Preise

Käthe-Kollwitz-Preis: Adrian Piper

Kurz vor ihrem 70. Geburtstag erhält die in Berlin lebende Künstlerin den Käthe-Kollwitz-Preis

Mit 17, 18 Jahren hat sich die damals in New York lebende Adrian Piper „in der Manier von Käthe Kollwitz“ dargestellt. Die Kohlezeichnung zeigt ein offenes, ebenso zartes wie entschlossenes Gesicht mit dunkler Haut. Der unverwechselbare Kollwitz-Realismus wurde auf subtile Weise mit den Themen Identität und Rassismus aufgeladen.

© Andreas [FranzXaver] Süß
Adrian Piper, Mauer, 2010. Video Installation: Fernsehmonitore, Videos mit zufällig programmierten Bildern, frische Rosen. Format variabel. Installationsansicht: Käthe-Kollwitz-Preis 2018. Adrian Piper. Akademie der Künste, Berlin, Sep-Okt 2018. Foto: Andreas FranzXaver Süß. Sammlung Adrian Piper Research Archive Foundation Berlin. © APRA Foundation Berlin

In diesem Jahr erhält die 70-jährige Künstlerin und Philosophin den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste in Berlin, jener Stadt, in der sie seit 2005 lebt. Verbunden damit ist eine Ausstellung im Akademiegebäude am Pariser Platz, in dem unter anderem die neue Installation „Das Ding-an-sich bin ich“ zu sehen ist.

Piper hat in den USA als erste Frau mit afroamerikanischen Wurzeln einen Philosophie-Lehrstuhl innegehabt und zählt seit den späten 1960er-Jahren zu den Pio­nierinnen der Konzeptkunst. Die neue Ausstellung ist ihr nächster großer Auftritt in Berlin nach der Installation „The Probable Trust Registry“ im Hamburger Bahnhof (2017). Dort sollten Besucher langfristige Verträge eingehen, um vertrauenswürdige Menschen zu werden – ein direkter, aber auch etwas naiver Angriff auf die Verlogenheiten des (erwachsenen) Lebens. 

1.9.–14.10.: Akademie der Künste, Pariser Platz 4, Mitte, Di-So 11–19 Uhr, Eintritt frei