Kühltransport

Kaltes klares Wasser: Polewater will Eisberge aus der Antarktis holen

Die Berliner Firma Polewater will Eisberge aus der Antarktis holen – und damit dürrebedrohte Länder mit Trinkwasser versorgen

Foto: Wikipedia/Michael Haferkamp

Jedes Jahr sind weltweit etwa vier Milliarden Menschen, mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung, mindestens einen Monat lang von Wasserknappheit bedroht; aufgrund von Bevölkerungswachstum steigt die Tendenz. Warum also Süßwasser nicht von da holen, wo es massenhaft ungebraucht herum schwimmt, aus der Antarktis zum Beispiel?

Die Idee 2012 entsteht der tollkühne Plan von Timm Schwarzer und Heiner Schwer: Auf Höhe des 60. Breitengrads soll mit Hilfe von Satelliten das südatlantische Meer auf der Suche nach geeigneten Brocken gescannt werden. Wichtig sind dabei vor allem Position, Geschwindigkeit und Größe. Bis zu 400 Millionen Tonnen schwere Eisberge können die Schiffe transportieren. Mit schneeketten-ähnlichem Schleppgeschirr werden die Riesen ummantelt und in wärmere Gefilde gebracht. Ziel: Südafrika.

Die Mission Sieben Jahre arbeiteten die beiden an ihrem Konzept, bevor sie an die Öffentlichkeit gingen. „Wir wollten erst die Umsetzungsreife erreichen“, sagt Schwarzer. Verteilen wollen sie das Wasser in Mangelregionen, kostenfrei. In weniger bedrohten Gegenden, wo Trinkwasser über teure Meerentsalzungsanlagen gewonnen wird, wollen sie es auch zum Kauf anbieten. Aber ist das in Zeiten von abschmelzenden Polkappen überhaupt vertretbar? Ja, findet Schwarzer: Denn sie wollen nur Brucheis verwenden, das sonst ohnehin im Meer schmilzt.

Die Zukunft Eine kontinuierliche Wasserversorgung für alle von Dürre bedrohten Regionen – ein Meilenstein wäre das. Erst muss das Projekt aber noch finanziert werden.

polewater.com