China

Kan Xuan im Times Art Center

Eigentlich muss man lachen, wenn die Gurken im Video „Walking, Walking“ ihre abgetrennten Köpfe vor sich herschieben. Hintereinander kriechen sie über den Bildschirm, Stimmen rufen dazu: „Kein Öl, kein Knoblauch, kein Essig, kein Salz“, ein Hinweis auf das klassische chinesische Gericht „Smashed Cucumbers“.

©Wang_Qian
Die Künstlerin bei der Arbeit: Kan Xuan mit Kamera ©Wang_Qian


Solche Pointen ziehen sich durch die ­Arbeiten der Videokünstlerin Kan Xuan. Das Times Art Center, die temporäre Zweigstelle des Guangdong Times Museums in Berlin, zeigt sie in der Schau „Racing ­Gravels“. Aus persönlicher Perspektive hinterfragt die 1972 geborene, mehr­fache Biennale-Teilnehmerin (unter anderem in Venedig und Istanbul) Alltägliches und setzt sich kritisch mit Konsum auseinander – ohne provokant zu werden. Ob es nun angebracht ist, ­darüber zu ­lachen, geben weder ihre Kunst noch die Ausstellung vor, die Tan Yue, ­assoziierte Kuratorin am Guangdong Times Museum, ausgerichtet hat.


Auf einer Leinwand läuft das Titel ­gebende Video, das auf den Nebenjob der Künstlerin als Werbefilmerin hinweist. Es zeigt eine nächtliche Autofahrt, die Kan Xuan während einer Rallye durch Sibirien ­filmte. Dass darin primär eine Kolonne roter Bremslichter zu sehen ist, kommentiert die Künstlerin so: „Auf der Welt ist es doch überall gleich, wenn es dunkel ist.“

Bis 29.6.: Times Art Center Berlin, Potsdamer Str. 87, Tiergarten,
Di–Sa 11–18 Uhr, Eintritt frei