Berliner Orte

Katarzyna Krakowiak

Neben dem Club Berghain akzentuiert die Künstlerin aus Polen mit dem Klang ihrer Installation „Dust“ die Architektur der Halle

Katarzyna Krakowiak erschafft im großen Stil Installationen, die Wechselwirkungen zwischen Klang, Licht und Architektur erfahrbar machen. Dafür erkundet die renommierte polnische Bildhauerin die Gebäude, die sie bespielt, mitsamt deren Strukturen und kombiniert verschiedene Medien. Die ehemalige Studentin von Mirosław Bałka, die 2012 den polnischen Pavillon auf der Architektur-Biennale von Venedig gestaltete, erforscht so die Grenzen der Architektur. Klang und Licht spielen dabei oft tragende Rollen.

Halle am Berghain, gesehen von Roman März/ via singuhr

Für ihre begehbare Installation „Dust“, die Krakowiak auf Einladung des Berliner Klangkunstvereins singuhr zeigt, wirkt die ehemalige Halle am Berghain mehr als geeignet: Der weltbekannte Techno-Tempel, in dem regelmäßig bis zu 1.500 Feierwütige nächtelang bei verraucht-schummrigem Licht umherschweifen, liegt im Nachtclub gleichsam auf der anderen Seite der Mauer. Reizvoll wirkt auch die Vergangenheit des höhlenartigen, 1953/54 im Stil des Sozialistischen Klassizismus erbauten und längst entkernten und umgewidmeten Heizkraftwerks. Sollte in der 600 Quadratmeter großen, über 20 Meter hohen Industriehalle noch Staub vergangener Tage oder Ruß der Kohleöfen liegen, wird Krakowiak ihn aufwirbeln: mit tieffrequenten Klangwellen, auch Wortfetzen, Beats aus Spezialboxen und synchron geschalteten Lichtblitzen.

Bis 3.6.: Halle am Berghain, Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain,  Do–Mo 14–20 Uhr, 8/5 €,