Kino

Kim hat einen Penis

Die Familie, das ist für Kim (Martina Schöne-­Radunski) neben dem nervigen ­Bruder vor allem ihr Freund Andreas (Christian ­Ehrich). Dumm nur, das die Pilotin ihm nicht erzählt hat, dass sie sich jüngst in einer Spezial­klinik in der Schweiz hat einen Penis anoperieren lassen – „Ich war neugierig“, so ihre ziemlich profane Begründung, und man könne das Teil auch nach ein paar Monaten wieder entfernen. Und so entspinnt sich eine bitterkomische Abfolge von mehr oder weniger heiklen Situationen. 

Foto: Darling Berlin

Der Tempelhofer Filmemacher Philipp Eichholtz hat bis dato mit wunderbaren ­Impro-Beziehungskomödien wie zuletzt ­„Rückenwind von vorne“ überzeugt. Die doch sehr ausgedachte Prämisse für „Kim hat ­einen Penis“ macht einen Einstieg in die Geschichte nicht leicht. Hat man diese aber akzeptiert, entspinnt sich eine feinsinnige Komödie mit hohem Identifikationsfaktor, verstärkt durch das sehr natürliche Auf­treten der Schauspieler. Wobei es Eichholtz ganz offensichtlich nicht um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Genderfragen geht, sondern nur um den Fakt, was so ein Penis mit frau wohl so macht. Und da macht er sich bei Menschen, die sich ernsthaft mit ihrem ­Geschlecht beschäftigen, sicherlich keine Freunde. 

D 2018, 87 Min., R: Philipp Eichholtz, D: Martina Schöne-Radunski, Christian Ehrich, Stella Hilb, Lana Cooper, Start: 13.6.

Infos und Termine