Berlin

Kinder- und Jugendtheater-Preise vergeben

In zwei getrennten Verleihungen im Theater an der Parkaue geht der Ikarus 2019 an „Unterscheidet Euch!“ und „Dschabber“ (Jugendjury-Preis), der Brüder-Grimm-Hauptpreis 2019 an Katja Hensels „Youtopia“. Warum bündelt man die Kräfte nicht?

Preisverleihung des Ikarus 2019 im Theater an der Parkaue, hier das Team von „Dschabber“ vom Grips-Theater (Preis der Jugendjury) – Foto: Kay Herschelmann

Die interaktive Inszenierung „Unterscheidet euch!“, die das Theater- und Performancekollektiv Turbo Pascal für das Theater an der Parkaue entwickelt hat, hat den mit 5.000 Euro dotierten Ikarus 2019 erhalten, eine seit 2002 alljährlich vergebene Auszeichnung für herausragendes Berliner Kinder und Jugend-Theater. Und der im vergangenen Jahr neu eingeführte Preis einer Jugendjury, ebenfalls mit 5.000 Euro dotiert, ging an „Dschabber“ vom Grips-Theater. In der Regie von Jochen Strauch nimmt sich das Stück für Menschen ab 13 Jahren ganz ­unaufgeregt des ­Kopftuch-Themas an.

Und noch ein Preis für Kinder- und Jugendtheater: Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin, der seit 1961 alle zwei Jahre vergeben wird, geht in diesem Jahr an Katja Hensels Jugendstück „Youtopia“ (Hauptpreis) und an Nadja Wieser für ihre Stücke „Honig“ und „Die Gesammelten“ (Sonderpreis). Die Verleihung ist am 16. November.

Zwei Preisverleihungen für Kinder- und Jugendtheater
innerhalb einer Woche

Wie der Ikarus wird auch der Grimm-Preis im Theater an der Park­aue verliehen – allerdings in einwöchigem Abstand. Warum man die Verleihungen nicht zu einer glanzvollen Gala des Kinder- und Jugend­theaters bündelt, bleibt völlig unverständlich.

Hauptgrund scheint zu sein, dass der eine Preis (Ikarus) vom Jugendkulturservice vergeben wird, hinter dem die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie steht, und beim anderen Preis, ausgeschrieben vom Theater an der Parkaue im Auftrag des Landes Berlin, der Träger bzw. Stifter die Senatsverwaltung für Kultur und Europa ist.

Die beiden Senatsverwaltungen sollten ihre Kräfte hier unbedingt bündeln und die Preisvergabe aller vier insgesamt im Rahmen von Ikarus und Brüder-Grimm-Preis vergebenen Preise zu einer glanzvollen Feier der Berliner Kinder- und Jugendtheaterszene machen. Denn die kann in ihrer Vielfalt und Qualität durchaus auf sich stolz sein. Und schließlich weiß doch jedes Kind mit dem Gripstheater-Hit aus dem Klassiker „Balle, Malle, Hupe und Artur“: „Einer ist keiner, zwei sind mehr als einer, sind wir aber erst zu dritt, machen alle anderen mit.“ -icke

Disclaimer: Unser Autor gehörte von 2014 bis 2017 der erweiterten Jury des Ikarus-Preises an.