Kino

Kinders

„Ich hasse singen“, sagt ein Mädchen namens Ariunaa zu Beginn des Dokumentarfilms „Kinders“. Und überhaupt, in ihr ist eine Wut. „Wut! Wut! Wut!“ Was kann man dagegen tun? Das ursprünglich aus Venezuela kommende Musikförderungsprojekt Superar empfiehlt: Singen. Wenn Kinder singen, dann öffnen sie sich, bei Erwachsenen gilt das auch, aber in diesem Fall geht es eben um Kinder in Wiener Schulen.

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Foto: Partisan Filmverleih

Zum Beispiel Zarina, die ein Kopftuch trägt, und die sich für ihre Stimme schämt, die aber durch das gemeinsame Singen lernt, dass sie sogar das Zeug zur Klassensprecherin hat. Eine Weltgesellschaft mit Kindern aus allen Gegenden und mit unterschiedlichsten Schwierigkeiten trifft hier auf die Strukturen der Stadt Wien, die nicht von ungefähr immer wieder zu den lebenswertesten Städten der Welt gezählt wird.

Superar ist ein längst über viele Länder verzweigtes Sozialprojekt, das sich eine Stadt nicht unbedingt leisten müsste. Wien aber kann es sich leisten, und so bekommen die Brüder Arash und Arman T. Riahi, die selbst Migrationshintergrund haben, die Möglichkeit, bei Superar zuschauen zu können. Im weitesten Sinn könnte man von einem Integrationsprojekt sprechen, es gipfelt in einem Vorsingen für die Wiener Sängerknaben. In „Kinder“ sind die Kinder die Stars, und der Dokumentarfilm bestätigt die Sinnhaftigkeit des Projekts sehr überzeugend: „Singen hat mich verändert, weil es in meinem Herzen liegt.“

Kinders, A 2016, 95 Min., R: Arash und Arman T. Riahi, Start: 31.5.

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