SATIRE

Kings

Launige Farce über den überdrehten Kulturbetrieb und seine Protagonisten im Berlin-Hype

Kulturzombies: Anne Haug, Stella Hilb, Eva Bay – Foto: Ute Langkafel/Maifoto
Kulturzombies: Anne Haug, Stella Hilb, Eva Bay – Foto: Ute Langkafel/Maifoto
ZITTY-Bewertung: 4/5
ZITTY-Bewertung: 4/5

Nora Abdel-Maksoud gehört zu den vier furiosen Schauspielerinnen in Sibylle Bergs bissiger Suada „Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen“ im Maxim Gorki Theater. Eine ähnlich assoziative Berg-Textfläche bietet auch ihr eigenes Stück „Kings“, das sie vor zwei Jahren im Ballhaus Naunynstraße inszeniert hat und das nun endlich zur Wiederaufführung kommt.

Ein bisschen von René Polleschs Diskurstheater steckt auch in der skurrilen Satire über den überspannten Kulturzirkus, den der Berlin-Hype herweht. Die Stars dieser Manege sind die Hipster, Gallery-Weekender, Artspace-Hopper, die reichen Kunstsammler und prekär beschäftigten Kulturarbeiter, also all diese „Wechseljuicer“, „Flexitarier“ und „Interior Curatoren“, die das „Vice“-Magazin so als neue Role­models vorstellt.

Bei Abdel-Maksoud fällt dem abgehalfteren Impresario Mabuse (Serkan Kaya), der statt Kunst längst Gin verkauft, ein Talent buchstäblich aus dem Himmel vor die Füße seines Tingeltangels. Doch ­Grete (Eva Bay), deren absurde Performances schnell der neueste heißeste Scheiß werden, verachtet den Kulturrummel, in dem alles zur Pose, politisches Engagement zum Life­style-Accessoire wird. Satirisch nimmt „Kings“ sich die kreative Szene vor  – und wirft dabei auch Steine aus dem Glashaus. FRIEDHELM TEICKE

19.-21.5., 20 Uhr, 22.5., 18 Uhr, Ballhaus Naunynstraße, Naunynstr. 27, Kreuzberg. Regie: Nora Abdel-Maksoud; mit Eva Bay, Serkan Kaya, Anne Haug, Stella Hilb, Rosalie Thomass, Maryam Zaree. Eintritt 14, erm. 8 €