Kino

Kirschblüten & Dämonen

Seit „Erleuchtung garantiert“ (1999) lebt Doris Dörrie immer mal wieder in ihren Spielfilmen ihre Affinität zu Japan aus, ­zuletzt 2016 in „Grüße aus Fukushima“. Mit „Kirschblüten & Dämonen“ bezieht sie sich nun ganz konkret auf ihren ­schönen ­Culture-Clash-Film ­„Kirschblüten – ­Hanami“ von 2008. In diesem schickte Dörrie den stets die Szenerie angenehm ­erdenden ­Elmar Wepper als Rudi nach dem Tod ­seiner Frau Trudi (Hannelore Elsner) auf eine ­Reise nach Japan, wo er der Butoh-Tänzerin Yu (Aya Irizuki) begegnete.

Im Zentrum zehn Jahre später: Karl (Golo Euler), der Sohn der verstorbenen Trudi und Rudi. Der hadert mit seinem Schicksal, fühlt sich von Dämonen verfolgt. Bis eines Tages Yu vor seiner Münchner Tür steht und ihn bittet, ihr Rudis Grab zu zeigen. ­Widerwillig fährt Karl mit der Japanerin aufs Land.

Golo Euler, Aja Irizuki Foto: Constantin Film Verleih GmbH, Mathias Bothor

Das war es eigentlich schon an greifbarer Handlung. Was nun folgt, ist ein merkwürdiges Konglomerat aus Traumsequenzen und Erscheinungen, in denen Paul ­immer wieder seinen Eltern begegnet und auch Yus Existenz immer fragwürdiger wird. Ist klar, Doris Dörrie möchte einen ­breiten Bogen spannen von japanischer Mythologie über Familienbande bis zum Einfluss auf das eigene Schicksal. Doch trotz des Wiedersehens mit Birgit Minichmayr und Felix Eitner als Karls eher nüchterne ­Geschwister bleibt das Ganze allzu vage und auch dramaturgisch verschwommen. Martin Schwarz


D 2019, 116 Min., R: Doris Dörrie, D: Golo Euler, Aya Irizuki, Felix Eitner, Start: 7.3.