Kino

Klasse Deutsch

Eine Vorbereitungsklasse an einer Realschule in Köln: Hier werden Kinder aus aller Welt für den Regelunterricht der 8. Klasse gerüstet. Und die Kids haben Glück, denn sie haben eine Lehrerin wie Ute Vecchio: Motivationskünstlerin, psychologische Betreuerin und Dompteuse gleichermaßen. Regisseur Florian Heinzen-Ziob blickt in seinem Dokumentarfilm unkommentiert auf ein Stück kompliziertes Leben und erzählt dabei in schwarz-weißen Bildern von mehr als nur dem Deutsch­lernen: Die unterschiedlichsten Kulturkreise, Lebensläufe und Erwartungshaltungen gehen hier in einer Klasse.

Foto: W-Film

Der Film folgt vier Jugendlichen: Da gibt es den Rom Kujtim, dem die Konzentration schwerfällt. Oder Schach, dessen größtes Problem die übersteigerte Erwartungshaltung seiner Mutter ist. Dann muss Ute Vecchio auch mal ein wenig bremsen: Für jemanden, der erst kurz in Deutschland ist, ist auch die Drei in einer Klassenarbeit eine tolle Zensur. Die Albanierin Pranvera ist motiviert, doch sie fühlt sich im Regelunterricht von anderen Kindern gemobbt – und flüchtet sich in Krankheiten. Der schon etwas ältere Ferdi würde lieber arbeiten und Geld verdienen, er ist völlig überfordert und unmotiviert.

„Klasse Deutsch“ ist kein Film, der berichtet, wie Integration in jedem Fall gelingt. Sondern davon, dass es lohnt, niemanden aufzugeben. Denn Erfolge gibt es natürlich auch: Ute Vecchio weiß sie stets in die richtige Relation zu setzten.

D 2019, 90 Min., R: Florian Heinzen-Ziob, Start: 16.5.

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