157 Aktionen für’s Klima

Tipps für Expert*innen

Wer wären wir, dass wir Expert*innen raten wollten, was zu tun sei. Allein aus Berlin und Potsdam kommen Studien und Handlungsempfehlungen zum Klimaschutz für ein ganzes Jahr Lektüre. Wir hätten aber einige Wünsche. 

Private Haushalte

133. Klima-Beratungsstellen in Kiezen eröffnen: mit Hilfe bestehender Einrichtungen wie der Verbraucherzentrale. 

134. Haushaltseinkommen thematisieren: Wie Kosten für den Klimaschutz verteilt und erstattet werden, wo es Förderung gibt, muss transparenter werden, sonst bleibt die Akzeptanz gering.

Verkehr/ Mobilität

135.  Die Erforschung von Wasserstoff als Treibstoff für Flugzeuge muss gestärkt werden. 

136. Die Bahn ausbauen: Züge mit Ökostrom auch auf dem Land. In großer Zahl und hohem Takt, an barrierefreien Stationen. Damit Senioren nicht im PKW zum Arzt in die nächstgrößere Stadt müssen. 

137. Güterverkehr auf die Schiene: Neue Infrastruktur, kombinierter Warenverkehr von Bahn und E-LKW, Gesetze, Anreize. 

138. Systemlösungen für einen integrierenden Stadtverkehr: etwa Kombitickets für  ÖPNV und Mieträder. Bahnhöfe werden Drehkreuze eines integrierten Verkehrs. 

139. Vollständige Elektrifizierung des ÖPNV: Die BVG soll in diesem Sommer 30 Elektrobusse erhalten. Das ist gut. 2020 sollen 90 weitere kommen. Das ist besser. Am besten: Überall Schluss mit Diesel.

140. Solar- und Windkraft auf motorisierten Schiffen: Der kombinierte Einsatz ist bereits möglich. 

Energie

141. Die Solarstad­t ­verwirklichen: auf den vielen Berliner Flachdächern und an hohen Fassaden. Das am 8. Mai eröffnete Berliner Solarzentrum bietet Beratung, Ausbildung sowie Photovoltik-Leitfäden in mehreren Sprache.
Berliner Solarzentrum:
http://www.dgs-berlin.de/de/projekte/bundesweitaktuell/solarzentrum-berlin.html
Ökologisches Bauen: Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen: https://www.dgnb.de/
Förderprogramme in Berlin u.a.: 
https://www.berlin.de/senuvk/klimaschutz/bek_berlin/foerderprogramme/klimaanpassung.shtm

Engagement

142. Entwickeln Sie  Klimaschutz­projekte: Es gibt bald Förderungen im Rahmen von BEK 2030 und eine Senatsstelle dazu. Bereits jetzt lassen sich Mitarbeiter*innen der Umweltverwaltung kontaktieren bei: – Energie, Wirtschaft, – Gebäude/ Stadtentwicklung Private Haushalte/ Konsum, – Anpassung an den Klimanwandel
Klimaprojekte mit Förderung durch Senat: www.senuvk.berlin.de
Klimaklage: https://klimaklage.com/ueber-die-klimaklage

143. Prüfen Sie Möglichkeiten der Klage gegen Hauptverursacher der Klimakrise.

Studium / Lehre/ Beruf

144. Stellen Sie Ihr Team transdisziplinär auf: Beim Klima hat alles mit allem zu tun. Das erfordert eine gute Abstimmung zwischen Ressorts und Verwaltungen und eine hohe Bürgerbeteiligung.

145. Veranstaltungen in Sport, Kultur und Politik lassen sich klimaneutral organisieren. Einen Leitfaden gibt es beim Umweltbundesamt. 

146. Schenken Sie Zeit an Fachkräfte aus anderen Berufsfeldern, die Ihr Wissen weitertragen wollen: Pädagog*innen, Kultur- und  Medienschaffende.

147. Gründen Sie ökologisch wirtschaftende Firmen in der Braunkohleregion Lausitz, bieten Sie Arbeitsplätze und Umschulungen an, die den Aussteig aus der Kohle wettmachen. 

Wohnen/  Stadt

148. Ökologisches Bauen soll für Ressourceneffizienz bei Energie, Wasser und Material sorgen  wie das Evangelische Werk Berlin-Mitte, das 2013 die Gold-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen erhielt. Infos: www.zitty.de/klima2019

149. Längere Lebensdauer von Gebäuden: schon wegen des treibhausgasintensiven Betons. Und Beton verbraucht aber auch eine inzwischen knappe Ressource: Fluss- und Strandsand. 

Wald/ Feld

150. Fördern Sie ökologische Land- und Forstwirtschaft: z.B. durch Studien zu Anreizen.

151. Betreiben Sie ­humusaufbauende Landwirtschaft. Fruchtbarer Boden, der Treibhausgase speichert und CO2 speicherndes pflanzliches Leben ermöglicht, wird knapp. Seine Erneuerung dauert Jahrzehnte. 

152. Ermöglichen Sie demokratische Wiederaufforstungen weltweit. 

Illustration: Tobias Meyer

Finanzen / Handel

153. Berechnen Sie Bruttoinlands- und das Bruttosozialprodukt so, dass auch Umweltschäden, für die alle zahlen müssen, berücksichtigt sind („Erweiterte Kosten-Nutzen-Analyse“).

154. Wirken Sie mit an einer Umwidmung von Kohlesubventionen in einen Fonds für einen klimaneutralen Strukturwandel.

155. Plädieren Sie auf Importkontigente für Kohlenstoff. 

156.  Wenn Sie eine CO2-Bepreisung durchbekommen, und danach sieht es ja allmählich aus, setzen Sie sich bitte für einen sozialen Ausgleich ein (s. 88).

157. Verbessern Sie die „Governance“ ­Ihrer Regierung: durch Beobachtung, Debatten, Kritik, Transparenz.

Weiterlesen:


Mitarbeit: Sabrina Lösch


Quellen: Atmosfair, BMU, BUND, Campact, ClimatePartner, co2online, Der Architekt, DGNB, DSG, DWD, FNG, Greenpeace, HNE, HTW, IASS, ICLAI, IÖW, Klima-­Allianz, KliVo-Portal, ­KuPoGe, MfN, NABU, Öko- Institut, PiK-Potsdam, RWI- Leibniz-Institut, TU Berlin, TÜV, Öko-Institut, SFV, UBA, utopia.de, VCD, Wuppertal-Institut