ABSURDES THEATER

König Ubu, featuring Craque

Trump-Allegorie als Rockperformance im Theater Ramba Zamba

Mère Ubu: Zora Schemm – Foto: Andi Weiland
ZITTY-Bewertung: 5/6

Alfred Jarrys 1896 erfundene Figur König Ubu bleibt im Theater lebendig. Kürzlich erst hat das DT den Stoff inszeniert. Die politische Lesart des Theater Ramba Zamba unter der Regie von Jakob Höhne ist auch spannend: König Ubu, die Urfigur des absurden Theaters, will unbedingt die absolute Macht – Trump, Putin oder Erdogan scheinen hier ganz deutlich auf.

Ein großes Gerüst steht im Zentrum der Bühne, darauf thront Mère Ubu (Zora Schemm), die Arme ausgebreitet. Und Ubu (Aaron Smith), welch schön-groteske Idee für einen Machtberauschten, leckt ihr die Füße. Ubu, der gerne „Schreiße“ sagt, hängt die Unterhose herunter.

Und nun beginnt die Show, zugleich monströses Politspektakel, absurdes Theater und wuchtige Musikperformance – über dem Gerüst sitzen ein Drummer und ein Keyborder. Das Gerüst wird hin und her gedreht, es wird getötet und wieder getötet; der hier symbolisch aufgezeigte, sinnlos gewalttätige Kreislauf der Geschichte.

Ubus General Craque (Pascal Kunze), ein kräftiger Kerl in Ledermontur, vollzieht die Arbeit des Tötens. Wieder ein Schuss, wieder ein Toter. Die Getroffenen kriechen mit Strumpfhosenmasken über den Boden. Ganz unerwartet profiliert sich Craque plötzlich als Sänger. Im Gegensatz zur Ankündigung von Donald Trump, die Förderung von Kunst und Geisteswissenschaften in den USA zu beenden, überlebt hier die Kunst. Gut so. AXEL SCHALK

8. –10.2., 19 Uhr, Theater Ramba Zamba, Schönhauser Allee 36-39, Prenzlauer Berg. Regie: Jakob Höhne; mit Aaron Smith, Pascal Kunze, Zora Schemm, Grit Burmeister, Moritz Höhne. Eintritt 18, erm. 10 €

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