Kino

Königin von Niendorf

Unlängst verkündete der deutsche Nouvelle-Vague-Regisseur Rudolf Thome, dass er keine Filme mehr drehen werde. Nun ist die nächste Generation dran: Mit ihrem Langfilm-Debüt greift seine Tochter Joya viele klassische Themen ihres Papas auf und findet doch ihren eigenen Weg.

Ein spannender Sommer im Brandenburgischen
Foto: Daredo;

Die zehnjährige Lea sieht langweiligen Ferien entgegen. Ihre beste Freundin will nicht ins Camp fahren, die anderen Mädchen aus Leas Klasse fangen an, Büstenhalter zu tragen und komisch zu kichern. Da besucht Lea lieber den eigensinnigen ­Musiker Mark auf einem Bauernhof (gedreht wurde auf Rudolf Thomes Hof in Brandenburg). Auf ihren Streif­zügen durch Dorf und Landschaft stößt sie auf eine Jungsbande um Nico, die ­Flöße baut und auf Baumhäusern hockt. Da will Lea unbedingt mitmischen. Die Jungs stellen ihr aber gefährliche Aufgaben.

Wie ihr Vater interessiert sich auch Joya offenkundig für das Mit- und Gegeneinander der Geschlechter und hat dafür eine besonders spannende Altersgruppe gewählt. Kurz vor der Pubertät scheint zwischen Lea und den Bandenjungs alles möglich, von nachgeplapperten Vorurteilen („Mädchen haben immer Angst!“) über unschuldiges erstes Knistern bis zu albernen Streichen. Dieses fein ausgelotete Spannungsfeld macht den Film auch für Erwachsene höchst sehenswert.

D 2017, 67 Min., R: Joya Thome, D: Lisa Moell, Denny Moritz Sonnenschein, Salim Fazzani, Ivo Tristan Michligk

https://www.zitty.de/event/abenteuer/koenigin-von-niendorf/

Facebook Kommentare

[fbcomments]