Co-Gewinner Projektraumpreis

Konditionalgefüge

Der frisch preisgrkrönte Kunstverein Neukölln zeigt Philosophisches: Arbeiten von Philipp Hahn, Michael H. Rohde und ERik Nieminen

Der Neuköllner Kunstverein zählt zu den 20 Gewinnern der „Auszeichnung künstlerischer Projekträume und -initiativen“, denen Kulturstaats­sekretär Tim Renner am 16. September die Urkunden überreicht hat. Aktuell zeigt der Verein „Konditionalgefüge“: Die Ausstellung fragt nach den Bedingungen, die etwas als „real“ erscheinen lassen. Die Arbeiten aus den Berei­chen ­Video, Malerei und Fotografie von Philipp Hahn, Michael H. Rohde und Erik Nieminen setzen sich mit Zeit und Raum auseinander.

Neuköllner Zeit

So erkundet Hahn mit seiner interaktiven Videoinstalllation „Der Chryptochron“ die Mechanismen der Wahrnehmung von Zeit. Denn in unserem Bewusstsein vergeht Zeit, wenn sich etwas bewegt. „Der Cryptochron“ bricht diese Raum-Zeit-Verknüpfung: Obwohl das Bild im Rahmen die tatsächliche Umgebung jenseits des Bildschirms wiedergibt, unterliegt es nicht einem linearen Zeitverlauf. Denn dieser lässt sich vom Betrachter durch dessen Position im Raum steuern.
Michael H. Rohde hinterfragt die Wahrnehmung von Raum. In seinen Foto­arbeiten stellt er alltägliche Räume wie von unten gesehen dar. Seine starke Bildkomposition verwirrt und fasziniert zugleich, genau wie die Ölmalerei von Erik Nieminen, in der Lichtreflexionen die Welt multipliziert erscheinen lassen.

FANNY STEYER

Bis 2.10.: Kunstverein Neukölln, Mainzer Str. 42, Neukölln, Mi–So 14–20 Uhr, Eintritt frei, Finissage + Künstlergespräch: 2.10., 19.30 Uhr

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