Umwelt

Küstenkräuter aus Berlin

Auf einem Dachgarten wachsen widerstandsfähige Pflanzen, die dem Klimawandel voraus sind

Das Problem

Durch den Klimawandel kommt es vermehrt zu Wetterextremen: Starkregen und Trockenperioden. Letzteres ist in Kombination mit der industriellen Landwirtschaft fatal: Beim ständigen Wässern bleiben zuvor im Wasser gelöste Salze im Boden und machen ihn unfruchtbar. Wie kann Ernährung also nachhaltiger gestaltet werden?

Die Idee

Küstenpflanzen als Lebensmittel verwerten: keine ganz neue Idee, aber in Zeiten der globalen Klimaproblematik eine geniale Wiederentdeckung. Mit dem Meeresdachgarten des Projektes Naturopolis soll nachhaltige und lokale Landwirtschaft gefördert und gleichzeitig etwas Gutes fürs Klima getan werden. Extreme Hitzewellen im Sommer und milde Temperaturen im Winter sind kein Hindernis für eine gute Ernte. Sonne, Starkregen und Wind halten diese Pflanzen ohne Probleme aus.

Foto: Dorothea Letkemann

Die Umsetzung 

Das Urban-Gardening-Projekt „Naturopolis“ von Andreas Frädrich holt frisches Meeresgemüse vom Dach auf den Teller. Unter diesem Ansatz wachsen verschiedene Kräuter und andere salzresistente und an Extremwetter gewöhnte Pflanzen wie Meerfenchel, Strandbanane oder Agretti auf dem Dach des ehemaligen Goerzwerks in Lichterfelde. Die Vorteile sind der sensationell kurze Lieferweg und die hohe Frische der Produkte. Außerdem können Algen- und Muschelreste, die an der Ostseeküste von Reinigungsbetrieben entfernt werden, als Dünger wiederverwertet werden. Ab März geht es mit dem Verkauf los, auf dem Staudenmarkt im Botanischen Garten und mit einem Stand vor der Markthalle Neun in Kreuzberg. Wer es nicht abwarten kann, schaut schon mal im Onlineshop vorbei.

naturopolis.club