Musik

Kuf: Der geilste Musik-Geheimtipp Berlins

Kuf sind der geilste Geheimtipp Berlins. Mit ihrem Mix aus elektronischem House und analogem Jazz haben sie eine einzigartige Soundsignatur kreiert, die international groß rauskommen muss.

Kuf, der geilste Geheimtipp Berlins. Foto: Max Parovsky
Vielen Dank für die Blumen! Valentin Link (Bass), Hendrik Havekost (Drums), Tom Schneider (Keys). Foto: Max Parovsky

Wer in den letzten Jahren mal das Glück hatte, Kuf live zu erleben, in der Berghain-Kantine, im Monarch, wo die U1 vorbeirattert hinter angemessen versifften Panoramafenstern, oder auf dem runtergerockten Fabrikareal in der Ziegrastraße am Neuköllner Schifffahrtskanal, wird ziemlich sicher mit dem Gefühl ins Bett gegangen sein: „Krass, die klingen anders als alle anderen!“

Das Geheimrezept von Kuf: In dem House der drei Berliner sind Vocals zentral. Doch sie haben keinen Sänger. Die Stimmen, die man uns gönnt, sie sind gesampelte Feldaufnahmen, verfremdet und von aller Körperlichkeit losgelöst. Posthuman geradezu. Sample-Master Tom Schneider steuert auch die liebevoll hypnotisierenden Synthesizerspiralen. Im Gegenzug aber sind Schlagwerk und Bass für elektronische Gefilde ungewöhnlich organisch zugange:  Hendrik Havekost trommelt wie im Jazz-Club, wo noch Menschenschweiß von der Decke tropft, während Valentin Link einen aufrechten Kontrabass zupft. Diese Mixtur von Cyborgklang im Jazzkeller ist genial.

Im Januar 2018 bekamen die drei Berliner Jungs von Kuf dann auch den Ritterschlag: Laurent Garnier, legendärer französischer House-DJ, schrieb seiner Facebook-Gefolgschaft, immerhin einer halben Million Menschen: „Ich hab mir heute eine Menge neuer Alben gehört. Das hier ist definitiv DAS EINE. Absolut fantastisch!“ Gemeint war das zweite Kuf-Album „Universe“, das auf dem Berliner Indie-Techno-Label Macro erschien. „Krasser Scheiß! Ich hör’s in Endlosschleife“, kommentierte ein Follower. So schaut es nämlich aus.

Nun ist das dritte Album da: „Re:Re:Re“. Ein Schelm, wer an Riri (den Spitznamen von Rihanna) denkt! Tatsächlich haben sich die drei Innovatoren an Reworks gewagt, allesamt von Tracks ihres Labelkatalogs. Und natürlich copy-pasten Kuf nicht, sondern zerhackstückeln und setzen die Klangkörner ganz unerhört zusammen. Das taugt sogar zum Solotanzen in der Quarantäne. Man muss es schon sagen: Kuf sind die Coolsten seit es Klang gibt.