Berliner Kunstvereine

Kultur der Berühungen: Touch

Isolierte Vielfalt: Die NGBK versinnbildlicht mit “ Touch “ Berührungen im Computerzeitalter – digital und analog

Kalt fühlen sich die Metallketten an, streift man den raumtrennenden Vorhang zur Seite, den Ruth Buchanan an den Anfang der Ausstellung „Touch“ gehängt hat. Hinter ihm lässt sich erahnen, was pure Berührung bedeutet. Da greift eine Hand nach ­einem Kaffeebecher. ­Es sind Begegnungen zwischen Mensch und Objekt, die Luise Marchands Fotos zeigen.

© Barbara Proschak
„Touch“ in der NGBK: Ausstellungsansicht mit Vorhang von Ruth Buchanan © Barbara Proschak

In der Gruppenschau des Kunstvereins NGBK sollen Arbeiten von 15 Künstler*innen an die kommunikative Funktion von Berührung erinnern – angesichts veränderter haptischer Wahrnehmung durch sensorische Touchscreens. Zu der fünfköpfigen kuratierenden Projektgruppe zählt auch Maja Zimmermann. In ihrem Film „Und mit manchen geh ich in die Sauna“ erzählen Pflegekräfte und Menschen mit Behinderungen von ihren gegenseitigen Berührungen. Unter den auffallend vielen Videoarbeiten sticht die Projektion „This is you is me“ von Anika Joyce Sadiq hervor.

Hinter dem Vorhang: „Touch“ in der NGBK, Ausstellungansicht © Barbara Proscha

 

Darin nähert sich den Betrachtenden der Schatten einer fiktionalen Figur. Obwohl sie ins Nichts fassen, scheint ihre Präsenz spürbar. Die Fülle der locker verteilten Arbeiten macht die Bandbreite des Themas klar, ebenso das Spiel mit „Please do not touch“-Schildern, die ernst gemeint sind.
Doch stellen die Beiträge keine Beziehungen zueinander her und stehen unberührt nebeneinander. Eine verschenkte Chance bei diesem Thema. 

Bis 18.11., Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Oranienstr. 25, Kreuzberg,  Sa–Di 12–19, Mi–Fr 12–20 Uhr, Eintritt frei

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