Der Test

Lärmschutz in der Ipse

Warum das denn?

Die Clubszene in Berlin hat nicht nur für Feierlustige viel zu bieten, sie ist auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Für Bewohner in direkter Nachbarschaft eines Clubs ist das jedoch zweitrangig, wenn ihnen der Bass regelmäßig beim „Tatort“-Gucken in die Glieder fährt. Um Clubs und Nachbarn zusammenzubringen, hat der Senat ein Förderprogramm für Lärmschutzmaßnahmen ausgeschrieben. Der Club Ipse ist einer der ersten Clubs, die sich um diese Förderung beworben und ein neues Soundsystem eingerichtet haben. Es soll den Schall abseits der Tanzfläche dämpfen. Dazu wurde das Horn – ein großer trichterförmiger Lautsprecher – installiert, das die Schallwellen gezielt auf die Tanzfläche richtet. Um den Bass zu kontrollieren, befinden sich außerdem zwei Reihen von Bass-Linienstrahlern entlang der Grenze der Tanzfläche. Das Besondere daran: Sie bündeln den Schall Richtung Dancefloor und löschen die Wellen, die sich normalerweise in andere Richtungen ausbreiten würden, aus.

Foto: Privat

Wie fühlt es sich an?

Man betritt die Tanzfläche und spürt den Bass im Bauch, die Musik dröhnt in gewohnter Lautstärke. Also alles wie immer? Nicht ganz: Nur zwei Meter weiter kann man sich entspannt ans Spreeufer setzen und sich nett unterhalten, ohne sich ins Ohr zu brüllen. Die Musik läuft im Hintergrund, vom Bass ist nichts zu spüren. Die Bewohner am Heckmannufer waren vom dröhnenden Bass am stärksten betroffen. Auch dort: Vom Bass keine Spur – und der Straßenlärm verschluckt die Musik.

Wie geht’s weiter?

Die Ipse hofft nun, dass sie die Förderung aus dem Topf des Lärmschutzprogramms des Senats tatsächlich bekommt – aktuell wird die Wirksamkeit ihrer neuen Soundanlage geprüft. Noch wichtiger als die Förderung ist den Betreibern aber das Verhältnis zu den Anwohnern – und das dürfte sich durch die neue Soundanlage deutlich entspannen.