KINDERTHEATER

Laura war hier

Das Stück über ein Mädchen auf der Suche nach der idealen Familie ist bestes klassisches Grips Theater

Familienaufstellung: Amelie Koeder (als Laura, vorne), Esther Agricola, René Schubert – Foto: David Baltzer / bildbuehne.de
ZITTY-Bewertung: 5/6

Die einfachsten Konzepte sind oft die besten. So auch bei der neuen Grips-Produktion. Laura hat sich mit ihrer alleinerziehenden Mama gezankt, die sie nie richtig in Schutz vor dem fiesen Hausmeister nimmt. Und überhaupt: Eine Familie sollte so aussehen wie in der Werbung von Lauras Lieblingspizza: Mutter, Vater, Geschwister und am besten noch ein Hund.

Also zieht Laura los durchs ganze Haus auf der Suche nach einer neuen Bleibe, stellt aber schnell fest: „Hier sind alle Familien komisch.“ Ein schwules Paar mit Pflegesohn, eine schrullige Oma und ein Mädchen mit enorm vielen Onkeln und Tanten aus dem Iran – die unterschiedlichsten Typen mit ihren ganz eigenen Geschichten haben hier ihren Platz gefunden.

Eine Idee, die zum Nachmachen anregt: Warum nicht einmal das eigene Haus kennen lernen? Dass das Stück von Milena Baisch so viel Spaß macht, liegt ebenso an den liebevoll gestalteten Figuren wie den enorm wandlungsfähigen Darstellern, die mühelos Mehrfachrollen vom Schulkind bis zur Greisin stemmen.

Mit Klavier, Gitarre, Djembe und Kazoos rocken zwei Musiker locker das Haus mit Songs von Caspar Hachfeld und Kaspar Föhres zu Texten aus der Feder von Grips-Chef Volker Ludwig selbst, die mit rockig-bluesiger Ohrwurmqualität und hohem Mittwippfaktor an alte Grips-Hits erinnern. TERESA SCHOMBURG

7.–10.3., 10 Uhr, 11.3., 16 Uhr, Grips Theater, Altonaer Str. 22, Tiergarten. Regie: Rüdiger Wandel; mit Amelie Köder, Esther Agricola, Lorris Andre Blazejewski, René Schubert, Nina Reithmeier, Patrik Cieslik. Eintritt 10, erm. 7 €

Kommentiere diesen beitrag