Kino

Layla M.

Die 18-jährige Layla besucht in Amsterdam ein Gymnasium und will Medizin studieren. Sie ist idealistisch und versteht nicht, warum ihre liberalen, aus Marokko stammenden Eltern so unfähig sind, den wachsenden Rassismus und die Islamfeindlichkeit in der niederländischen Gesellschaft zu sehen. Zum Entsetzen ihrer Eltern und ­ihres Bruders beginnt Layla, sich religiös und politisch zu radikalisieren.

Sie schaut Propagandavideos und engagiert sich in einer Gruppe junger Fundamentalisten. Layla verliebt sich in einen jungen Mann, bricht die Schule ab, heiratet ihn schnell und geht mit ihm erst nach Belgien zu ­einem Trainingslager für Dschihadisten und schließlich an die jordanisch-­syrische Grenze.

Foto: Pief Weyman pief.ca

Die niederländische Regisseurin Mijke de Jong hat mehrere Jahre recherchiert und mit jungen Frauen gesprochen, die ähnliche Erfahrungen wie ihre Protagonistin machten. De Jong bemüht sich, auf klischierte Figurenzeichnung und zu ­einfache psychologische Schlüsse zu verzichten. Trotzdem bleibt das sozialrealistisch foto­grafierte Drama etwas schablonenhaft. Gerade im Teil des Filmes, der in Jordanien spielt, überwiegen konventionelle Erzählstränge. Am eindringlichsten wirkt der Film, wenn er versucht, sich seinen ­Figuren anzunähern – und zeigt, was es mit Menschen machen kann, wenn sie in der Stadt, in der sie aufgewachsen sind, ständig als nicht zugehörig bezeichnet werden. 

NL/B/D 2017, 100 Min., R: Mijke De Jong, D: Nora El Kousour, Illias Addab

Layla M.

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