Kino

Lemonade

Die gebürtige Rumänin Mara ist mit einem befristeten Visum in den USA. Bei der Arbeit hat sie Daniel kennengelernt, der nach einem Unfall noch Betreuung braucht. Sie heiraten, Mara bewirbt sich um eine Green Card. Der zuständige Immigration Officer stammt selbst aus einer Familie von Immigranten, er soll herausfinden, ob es sich eventuell um eine Schein­ehe handelt. Bald zeigt sich, dass ihn die sexuellen Dimensionen dieser Beziehung besonders interessieren.

Ioana Uricaru erzählt in „Lemonade“ eine prototypische Geschichte von einem Versuch, in ein „besseres Leben“ auszuwandern. Mara ist in vielerlei Hinsicht ein potentielles Opfer: Das Haus, das sie in Rumänien noch hat, muss sie unter Preis verkaufen, der zuständige Mann beim Einwanderungsamt projiziert seine eigenen Vorurteile auf sie, und von Daniel erweist sich, dass er vielleicht nicht nur der ruhige Typ ist, als der er zu Beginn erscheint.

Die Hauptdarstellerin Malina Manovici ist eine ideale Besetzung für eine Rolle, die zwischen Schwäche und Stärke, zwischen einem Appell an das Mitleid und einem Beharren auf Recht und eine faire Chance changiert. Ioana Uricaru hat ein gutes Gespür für die Spannung, die aus den unausgesprochenen Dingen kommt, und mit ihrem Außenseiterblick auf Amerika macht sie beklemmend deutlich, dass das „Streben nach Glück“ mit Kompromissen erkauft wird, die hart an die Würde gehen.

ROM/CND/D/S 2018, 88 Min., R: Ioana  Uricaru, D: Malina Manovici, Start: 4.10.

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