Kino

Licht

Maria Theresia von Paradis ist eine in ­höfischen Wiener Kreisen ­umschwärmte Pianistin in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Seltsamerweise ­erblindete die Tochter eines Hofbeamten mit drei Jahren plötzlich und landet nun als junge Frau in der Obhut des Arztes Franz Anton Mesmer; der ist für die einen ein Scharlatan, für die anderen ein Genie.

Foto: Christian Schulz NGF LOOKS

Mesmer versteht sich aufs Handauflegen und den von ihm entwickelten „Animalischen Magnetismus“, es gelingt ihm dank seines behutsamen Umgangs mit Maria tatsächlich, dass sie ihre Umwelt wieder wahrzunehmen beginnt, leider auf Kosten ihrer Virtuosität im Klavierspiel. Was wiederum dem eitlen Vater missfällt, der sein Töchterlein doch so gerne vorgeführt hat. Schließlich entzieht er Maria Theresia dem Einfluss Mesmers.

Warum will uns die gefeierte österreichische Filmemacherin Barbara Albert diese Geschichte erzählen? Es geht ihr um die Prinzipien der Wahrnehmung, auch die des Kinos. In sorgfältig in Szene gesetzten Bildern führt Albert eine Künstlerin vor, die – aus zu großer Sensibilität? Wegen ­einer tatsächlich körperlichen Störung? – unter einer Verwirrung ihrer Sinne leidet und sich zwischen Sehen und der Musik entscheiden muss, um zu einer künstlerischen Meisterschaft zu gelangen. Das ist spannend anzusehen, toll gespielt, mitunter etwas betulich. 

A 2017, 97 Min., R: Barbara Albert, D: Maria Dragus, Devid Striesow, Lukas Miko

https://www.zitty.de/event/drama/licht-2018/