Bühne - Rezension

Liebesszenen: LOVE – Die schönste Geschichte

Die Premiere, mit der Anna Langhoff ihre künstlerische Leitung an der tribuene eröffnet, machte uns Lust auf Weiteres. Das sieht die Geschäftsführung des Hauses wohl anders: Nur zehn Tage nach der ersten Premiere trennt sich das Charlottenburger Theater bereits wieder von der Dramatikerin und Regisseurin – wegen „unüberbrückbarer persönlicher und künstlerischer Differenzen". Tja, wie heißt es im Sprichwort: Dem Mutigen gilt schon wenig viel, dem Mutlosen gilt alles nichts.

Die Premiere, mit der Anna Langhoff ihre künstlerische Leitung an der tribuene eröffnet, machte uns Lust auf Weiteres. Das sieht die Geschäftsführung des Hauses wohl anders: Nur zehn Tage nach der ersten Premiere trennt sich das Charlottenburger Theater bereits wieder von der Dramatikerin und Regisseurin – wegen „unüberbrückbarer persönlicher und künstlerischer Differenzen“. Tja, wie heißt es im Sprichwort: Dem Mutigen gilt schon wenig viel, dem Mutlosen gilt alles nichts. Wir danken Frau Langhoff für ihren Mut. -icke

Die Eröffnungspremiere an der nun von Anna Langhoff geleiteten tribuene macht Lust auf Weiteres. Mit der multikulturellen Truppe „Berlin United“ um den russischen Regisseur Alexej Schipenko präsentiert sich in Berlin ein ungemein spielfreudiges, starkes Ensemble, das ein immer wieder spannend vieldeutig verrätseltes Bild an das nächste reiht.

Erzählt wird eine wundersame Liebesgeschichte, die Tod und Vergänglichkeit überdauert: Vorlage ist die klassische Legende der Adeligen Inés de Castro. Die Maitresse des portugiesischen Thronfolgers Pedro I wurde im Auftrag der Krone ermordet, dann von dem Geliebten exhumiert und zur Königin erhoben.

Das Ensemble arbeitet in der hochpoetischen, überwiegend stillen Inszenierung nur in Andeutungen, die den Zeitsprung in die Moderne anlegen. Man trifft und trennt sich, Tanz, Musik, ein Motorrad, ein Fahrrad, Schnee, eine Badewanne, die sich hebt, ein Kreislauf, wenn auch hinter der Bühne agiert wird – solche Einfälle setzen eine komisch kalte, letztlich märchenhafte Welt in Szene: den Kosmos der Liebe und Sehnsüchte. Eine deutliche, in jedem Augenblick genaue Regiehandschrift.

31.1., 1.+ 2.2., 20 Uhr, tribuene, Regie: Alexej Schipenko, mit Patrice Luc Doumeyrou, Yvonne Yung Hee, Jennifer Mulinde-Schmid, Sibylla Rasmussen. Eintritt 15-26 Euro