Kino

Little Women

Eine junge Autorin erhält in den 1860ern im Büro eines Zeitungsredakteurs in New York einen Ratschlag darüber, was die Leute am liebsten lesen: Geschichten mit Happyend, in denen die Heldin heiratet. Mit dieser Szene am Beginn von „Little Women“, der zweiten Regiearbeit der Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Greta Gerwig, setzt sie wie schon in „Lady Bird“ (2017) kurz und prägnant den Tonfall für ihren Film. Jo March (Saoirse Ronan) besitzt schreiberische Ansprüche und wird sich stets im Zwiespalt befinden, ob sie ihrer Eingebung folgen oder jene Klischees abliefern soll, die sich verkaufen lassen. Denn sie möchte ihren eigenen Weg gehen – kein einfaches Unterfangen für eine Frau damals.

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„Little Women“ basiert auf dem gleichnamigen Roman der Autorin Louisa May Alcott von 1868/69 und erzählt die Geschichte vierer Schwestern in der Zeit des US-Sezessionskriegs und den Jahren danach. Während der Vater für die Nordstaaten in den Krieg gezogen ist, wachsen die Mädchen bei der Mutter (Laura Dern) in bescheidenen Verhältnissen auf. Alle vier haben künstlerische Ambitionen: Jo schreibt, Meg (Emma Watson) besitzt Schauspieltalent, Amy (Florence Pugh) malt, Beth (Eliza Scanlen) spielt Klavier. Der Film begleitet die „Little Women“ im Übergang zum Erwachsenenleben und erkundet, was eine Frau in jenen Jahren erreichen kann. Der einfachste Weg: möglichst reich heiraten.

Thematisch ähneln sich „Little Women“ und „Lady Bird“: Eine Coming-of-Age-Story, der Drang junger Frauen, sich künstlerisch auszudrücken, aber auch die Egozentrik der Jugend finden sich hier wie dort. Stilistisch könnte man „Little Women“ impressionistisch nennen: Gerwig tupft die Szenen so leicht und schlaglichtartig dahin wie Amy die Farben ihrer Gemälde. Die Szenen reihen sich assoziativ aneinander und wirbeln die Chronologie durcheinander, ohne dass die Verständlichkeit darunter leiden würde. Zwangsläufig besitzt der Film bei so vielen jungen Frauen einen Hang zur Mädchenhaftigkeit, der die burschikose Jo aber genügend Gegengewicht verleiht, um nicht ins Süßliche abzugleiten.

USA 2019, 135 Min., R: Greta Gerwig, D: Saoirse Ronan, Florence Pugh, Emma Watson, Eliza Scanlen, Timothée Chalamet, Start: 30.1.

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