Comicfilm

Logan – The Wolverine

Logan alias Wolverine alias Hugh Jackman muss ein letztes Mal ran

ZITTY-Bewertung: 4/6

Aus dem Radio erfahren wir ganz nebenbei, dass wir uns im Jahr 2029 befinden. Der ziemlich abgehalftert wirkende Logan (Hugh Jackman) ist wie so oft als mürrischer Einzelgänger unterwegs. Er verdient sich seine Brötchen als Chauffeur einer riesigen Stretchlimousine, in der er wohlhabende Unsympathen bei Partylaune hält. Ein Job, mehr nicht. Von anderen Mutanten ist in dieser nicht allzu fernen Zukunft nichts zu sehen, nur Cariban (Stephen Merchant) umhegt in der mexikanischen Wüste den greisen Professor X (Patrick Stewart). Der  ehemalige Kopf der Mutantengruppe X-Men muss Tabletten schlucken, um seine immensen mentalen Fähigkeiten überhaupt noch kontrollieren zu können, sonst drohen erdbebenähnliche Erschütterungen.

In Fahrt kommt die deprimierende Szenerie, als eine Mexikanerin mit Logan Kontakt aufnimmt und ihn bittet, sich um ein besonderes Mädchen (Dafne Keen) zu kümmern. Ein Wirbelwind, dem Metallklauen aus den Händen wachsen …

Logan
Foto: Twentieth Century Fox

Dass Regisseur James Mangold es versteht, virtuos mit Genrekonventionen zu jonglieren, hat er bei dem raffinierten Polizei-Thriller „Copland“ (1997, mit einem überraschend überzeugenden Sylvester Stallone) und dem stoischen Western „Todeszug nach Yuma“ (2007, mit einem souveränen Russell Crowe) bereits bewiesen. Er hat sich nach „Wolverine: Weg des Kriegers“ (2013) nun zum zweiten Mal der vielleicht vielschichtigsten Figur im X-Men-Universum angenommen. Mangold schickt seinen wie immer herrlich schlecht gelaunten Helden – sein erstes Wort im englischen Original: „Fuck!“ – auf ein letztes großes Abenteuer, in dem Wolverine höchst unfreiwillig einer üblen Verschwörung auf die Schliche kommen muss, die dann doch wieder mit Mutanten zu tun hat.

In seinen besten Momenten badet „Logan – The Wolverine“ prima im eigenen Mikrokosmos-Saft, in seinen schwächeren erinnert der Film unangenehm an den unsäglichen esoterischen Teil 3 der „Mad Max“-Filme – der mit der Kinderschar und Tina Turner. Doch für eine echte Enttäuschung ist Wolverine einfach eine zu souveräne Figur, er feuert zudem außerhalb der zahlreichen Actionsequenzen geradlinige Einzeiler ab.  

USA 2017, 135 Min., R: James Mangold, D: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Dafne Keen, Richard E. Grant, Stephen Merchant

Logan – The Wolverine

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