Gastro

Lok6

Was ist das?

Grünkohl im Sommer? Zum Lunch? Schmecken wir mal. Die Karte im Lok6 ist klein. Drei Gerichte (bis ca. 10 Euro), ein Dessert, dann noch „Brot extra“ für 2 Euro. Das kommt dafür – wie auch das fürs Sandwich mit Freilandhühnchen, Coleslaw und Zitronenmayo – von der so hippen wie handwerklichen Neuköllner Bread Station. Überhaupt die Produkte: Fleisch und Eier werden über die Markthalle Neun bezogen, Gewürze und Olivenöl von ausgesuchten Produzenten in Griechenland. Ein erfreuliches Detail sind die Schälchen Natursalz und Pfeffer auf den Tischen des in rotbraun gehaltenen Delis.

Apropos rotbraun: Das Lok6 residiert in den kaminroten Neubauten zwischen Viktoria- und Flaschenhalspark. Letzteren kann man nun Gentrifizierung vorwerfen – oder doch die Belebung einer seltsam vakanten Stelle mitten in der Stadt. Da geht jetzt was zwischen Kreuz- und Schöneberg.

Lok6
Foto: Julia Zierer

Wie schmeckt es?

Die Küche von Julia Heifer, deren Anfänge im Dóttir liegen, befindet sich oben auf der Galerie. Gekocht wird frisch und mit viel Zeit. Aber Hausgemacht ist nicht immer perfekt, das zeigt der Eistee: trotz Rohrzucker arg sauer, ob der Eiswürfel eher ein Zitronenwasser.

Doch die Lunch Bowl, alternativ ein gelbes Curry mit rotem Reis und Mandeln, entschädigt über die Maßen. In einer schönen Keramikschale kuscheln Bio-Räucherforelle, Joghurt, butterweiches Bio-Ei, Roggen, feine rote Zwiebeln-, Rübchen- und Gurkenscheiben sowie Grünkohl. Jede Zutat ist eigenständig und sensibel gewürzt.

Der Roggen mag ein wenig zu bissfest sein und dominiert mengenmäßig. Dagegen beschert die Räucherforelle Gaumenglück. Der Grünkohl erinnert an Frisée, wurde wie Salat zubereitet und beweist so, wie die Bowl in Gänze, absolute Sommertauglichkeit. Gutes Produkte, gute Lage, gutes Konzept. Manuela Blisse

Am Lokdepot 6, Kreuzberg, Di–Sa 12–21 Uhr, www.lok6.de

Kommentiere diesen beitrag