Kino

Lomo – The ­Language of Many Others

Der Abiturient Karl (stark: Jonas ­Dassler) wohnt in einem wohlsituierten Berlin: gut aussehend, blonde Wuschelmähne, ausgebeultes T-Shirt, der Vater ein erfolgreicher Architekt und ein ziemlich ­großes Arschloch. Karl ist das alles egal: das Abi, die Zukunft, die blöde Karriere seines nur an sich denkenden Papas.

Foto: Flare Film GmbH/Michal Grabowski

Er widmet sich lieber in jeder freien Minute seinem „LOMO“ genannten Blog. Überall auf der Welt hat Karls Netz-Tagebuch Follower. Und wenn er seine Eltern beim Abendessen mit der Frage konfrontiert, ob sie noch miteinander schlafen, dann findet sich eben diese Szene als Video wenig später auf Karls Blog wieder.

Filme, die sich an der Allmacht des Digitalen abarbeiten, enttäuschen oft auf ­visueller Ebene (man denke an die ­biedere Adaption des Dave-Eggers-Romans „The Circle“). Nicht so der Erstling von Regisseurin Julia Langhof, der es gelingt, Karls Netz-Abhängigkeit mit manch kongenialer Bildfindung zu illustrieren. Der Informatiker und Internet-Kritiker Jaron ­Lanier hat gerade ein Buch veröffentlicht: „Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst.“ Mit „LOMO“, entstanden im Rahmen der „Leuchtstoff“-Initiative des rbb und des Medienboard, liefert Julia Langhof manch weiteren Grund.

D 2017, 101 Min., R: Julia Langhof, D: Jonas Dassler, Lucie Hollmann, Start: 12.7.

Infos und Termine:

LOMO: The Language of Many Others

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