Kino

Loving Vincent

Das Leben Vincent van Goghs gehört zu den tragischen eines Künstlers. Sein Ruhm setzte nach dem Freitod 1890 ein, bald erkannte man seine spätimpressionistischen Bilder von leuchtender Strahlkraft als wegweisend für die moderne Kunst des 20. Jahrhunderts. Heute ist van Gogh der wohl weltweit bekannteste Maler.

Loving Vincwnt
Loving_Vincent Sp.z.o.o. & Loving Vincent Ltd.

Eine ungewöhnliche Hommage an den Künstler haben jetzt die Polin Dorota ­Kobiela und der Brite Hugh Welchman ­geschaffen. Basierend auf dem Rotoskopieverfahren nahmen 100 Animatoren und Künstler den ursprünglich mit Schauspielern gedrehten Film als Vorlage, um einen beträchtlichen Teil der Szenen im Stil van Goghs nachzumalen. Dazu haben sich die Filmemacher ein Drehbuch ausgedacht, das Armand Roulin (Douglas Booth), den Sohn des Postmeisters von Arles, mit einem Brief des verstorbenen Vincent auf eine Odyssee an Orte und zu Personen schickt, die der Künstler gekannt und gemalt hat.

Das ist schon dramaturgisch nicht der Knüller, und obwohl der Film beim Europäischen Filmpreis die Trophäe für den besten Animationsfilm bekam, ist auch das künstlerische Ergebnis zwiespältig und tendenziell kitschig zu nennen: als ob jemand bei einem Bildbearbeitungsprogramm den Van-Gogh-Filter aktiviert hätte. Manchmal reicht „ungewöhnlich“ allein eben nicht aus. 

UK/PL 2017, 94 Min., R: Dorota Kobiela, Hugh Welchman, D: Douglas Booth, Chris O’Dowd, Saoirse Ronan, Start: 28.12.

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