Hip - Hop

Loyle Carner

Zur Lyrik fand er versehentlich auf Spotify. Heute rappt der 22-Jährige die heißesten Songs der Welt.

An alle Eltern mit verhaltensauffälligen Kindern, die im Unterricht durch ADHS glänzen, kein Komma richtig setzen und die Klassenkameraden auf dem Pausenhof mit Punchlines attackieren statt, wie sich das gehört, mit der Faust zu prügeln: Ja, es stimmt, dass andere Eltern ihre Kinder vor dem Ihren warnen. Aber es könnte auch sein, dass Ihr Kind am Ende des Tages Jazz und Lyrik liebt und von der BBC bescheinigt bekommt, dass es die „heißeste Platte der Welt“ aufgenommen hat. Ziemlich genau  so ging das beim 22-jährigen Grime-Rapper Loyle Carner, der eigentlich Benjamin Coyle-Larner heißt, sich aber beim Aussprechen seines Namens als Kind öfter die Zunge brach. Hip-Hop hat er Ende der 1990er durch Kanye West und De La Soul entdeckt, zum Lyrik-Jazz fand er versehentlich auf Spotify – dank dem amerikanischen Dichter Langston Hughes (1902-1967), der als einer der ersten Lyrik auf  Jazz legte. „Diese Gedichte zu hören ist noch aufregender, als sie zu lesen“, sagt Loyle Carner. „Die Stimme kann zucken und zögern.“

Da nimmt es nicht Wunder, dass Loyle Carner inzwischen auch mit der gefeierten Hip-Hop-Lyrikerin  Kate Tempest auf Tour ging. (Nebenbei: Tempest ist lesbisch und Carner, entgegen aller Hip-Hop-Klischees, keine Millisekunde homophob.) „Grime passt zu meinem ADHS“, findet er heute. „Weil es so schnell ist. Und ich bin auch schnell.“

 

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