Northern Blues

Luke Elliot

Der pathetisch croonende Gentleman-Outlaw hat in Skandinavien seine künstlerische Heimat gefunden

Dass Luke Elliot in Norwegen gut ankommt, wundert nicht. In Nordeuropa schaffen es auch Künstler auf die oberen Charts-Ränge, die woanders ein Nischendasein fristen. Künstler, die mit zerrissener Seele und verfinstertem Herzen über Gitarre oder Klavier brüten und mit Kippe im Mundwinkel den inneren Nick Cave, Tom Waits und Leonard Cohen beschwören – so wie Luke Elliot. Der Singer/Songwriter aus New Jersey, der mit pomadigem Haar, lässiger Eleganz und düsterem Blick die Aura des tragischen Gentleman-Outlaws pflegt, war noch vor einigen Jahren an der US-amerikanischen Ostküste unterwegs.

lukeelliot-berlin-1

Dank der Begegnung mit einem Journalisten aus Oslo landete er im Fernsehen und auf Tour in Norwegen, ein Plattenvertrag folgte. Sein in Südnorwegen aufgenommenes Debüt „Dressed for the Occasion“ erschien 2015. Im letzten Herbst trat Luke Elliot auch in Deutschland auf, im Vorprogramm von Sivert Høyem, einst Sänger der norwegischen Band Madrugada. Ähnlich wie Madrugada und Høyem ist Luke Elliot fest im Moll-Modus verankert, croont mit rauer, Pathos-geladener Dringlichkeit zum kraftvollen Americana-Blues-Rock samt weinender Twang-Gitarre, dramatischem Piano-Klimpern und sehnsüchtigen Streichereinlagen. Innovativ ist das vielleicht nicht, aber so viel besser, als das Gros der hiesigen Top-Ten-Hits. Norweger haben eben Geschmack.

Facebook Kommentare

[fbcomments]