Drama

Ma Folie

Ein prominent besetztes ­Beziehungschaos

ZITTY-Bewertung: 2/6
ZITTY-Bewertung: 2/6

Die Pointe von Andrina Mračnikars „Ma Folie“ ist, dass sich in die zwischenmenschlichen Beziehungen zunehmend ein technisches Element mischt. Denn Yann zieht sich zwar aus Hannas Leben ­zurück, er schickt aber weiterhin Video­botschaften. Darin geht es nun nicht mehr um Zärtlichkeit und imaginierte Nähe, sondern um Bedrohung und Überwachung. Hanna hat es mit einem Stalker zu tun, sie reagiert naheliegenderweise argwöhnisch. Sie fühlt sich verfolgt.Hanna trifft Yann und trennt sich seinetwegen von Goran. Goran will nur, dass Hanna glücklich ist. Deswegen will er mit ihr befreundet bleiben. Das nimmt Yann nicht gut auf. Er zeigt plötzlich ein anderes Gesicht. Eines Morgens läutet der Wecker nicht, und Hanna kommt zu spät zur Arbeit. „Darüber müssen wir in der Supervision reden“, heißt es. Sie arbeitet in einem Kinderschutzzentrum, ist umgeben von Psychologie, alles wird hinterfragt – ein unangenehmes Gefühl der Kontrolle macht sich breit.

Ma Folie
Foto: WFilm

Mit der Berlinerin Alice Dwyer  und Sabrin Tambrea („Ludwig II.“) in den Hauptrollen hat Andrina Mračnikar einen dramaturgisch plausiblen Psychothriller gedreht, dessen Spannung durch wenig überzeugende Nebenfiguren, papierene Dialoge und schematische Psychologie stark beeinträchtigt ist.

A 2015, 99 Min., R: Andrina Mračnikar, D: Alice Dwyer, Sabin Tambrea

„Ma Folie“ im Kino