Dokumentarfilm

Machines

Zu den am häufigsten kritisierten Aspekten der Globalisierung zählen die Methoden der Textilindustrie. Ins selbe Horn scheint der Inder Rahul Jain mit „Machines“ zu blasen, wenn er sich mit Verve in die engen, dunklen Räume der Textilfabriken im westindischen Staat Gujara stürzt, mit Bildern von Öfen, aus denen Flammen zischeln, von verschwitzen, verschmutzten Arbeitern, die an offenen Trögen mit üblen Chemikalien hantieren.

Machines
Foto: Pallas Film

Mit seinem mexikanischen Kameramann Rodrigo Trejo Villanueva hat Jain Bilder gefunden, die mit ihren expressiven Farben und den Hell-Dunkel-Kontrasten an Gemälde aus der Renaissance wirken – oder wie Bilder aus den Filmen Michael Glawoggers.

Ähnlich wie der 2014 verstorbene Österreicher in seinem Meisterwerk „Workingman’s Death“ zeigt auch Jain Menschen und ihre Arbeit, ohne diese zu bewerten. Er deutet zwar an, wie offensichtlich ausbeuterisch die schwere Arbeit ist, lässt aber auch Arbeiter zu Wort kommen, die durchaus zufrieden sind.

Immerhin haben sie im Gegensatz zu vielen anderen Menschen in Indien Arbeit und können ihre Familien ernähren. Auch das ist ein Teil der Wahrheit, und es ist eine der großen Stärken dieses eindringlichen Films, das er ihr nicht ausweicht, sondern sie zu einem differenzierten Bild eines Teils der globalen Industrie formt.

IND/D/FIN 2016, 71 Min., R: Rahul Jain

https://www.zitty.de/event/dokumentarfilm/machines-2017/