Komödie

Madame Aurora und der Duft von Frühling

Eine Frau und ihre Hormone

Von Profanem wie klemmende Schiebe­türen lässt sich Aurora (das betuliche „Madame“ hat wieder mal der deutsche Verleih verbrochen) normalerweise nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Nur kommt alles gerade dicke: Der neue Chef spielt sich so affig auf, dass Aurora die ­Stelle kündigt, die Sachbearbeiterin beim Arbeitsamt hat genug eigene Probleme, Auroras jüngere Tochter will zu ­ihrem Freund ziehen, die ältere macht sie bald zur Großmutter – und dann noch diese Hitzewallungen! Aurora ist Anfang 50, Single. Und so etwas wie Menopause kann sie absolut nicht gebrauchen. Lieber zieht sie mit ihrer besten Freundin Mano in La Rochelle um die Häuser – und als sie ihrer Jugendliebe Christophe begegnet, fängt es wieder heftig an zu kribbeln.

Die Eckpunkte von Blandine Lenoirs Film hören sich abgedroschen an, aber ihre großartige Darstellerin Agnès ­Jaoui („Lust auf Anderes“) und vor allem die wunderbar lässige Inszenierung machen den ­Unterschied. So folgen die mal amüsanten, mal nachdenklichen ­Episoden keinem aufgepfropften Spannungs­bogen, sondern überraschen mit lebensnahen Einfällen und Wendungen. Aurora geht widerwillig zum Klassentreffen, lässt sich beim Diner von singenden Kellnern belästigen und knuddelt mit Kindern und Freundin. Ein hormonell angereicherter, erfreulich unalberner Lebens- und Liebesfilm aus Frankreich.

„Aurore“, F 2017, 89 Min., R: Blandine Lenoir, D: Agnès Jaoui, Thibault de Montalembert, Pascale Arbillot

Madame Aurora und der Duft von Frühling

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