Literaturverfilmung

Mängelexemplar

Regisseurin Laura Lackmann wagt sich an Sarah Kuttners Bestseller

ZITTY-Bewertung: 4/5
ZITTY-Bewertung: 4/5

Eine Komödie über Depressionen – keine einfache Sache, die sich Laura Lackmann mit ihrem Spielfilmdebüt aufgehalst hat. Denn wie bringt man das Innenleben der Protagonistin Karo auf die Leinwand in der Adaption eines Buches, das ja deren Perspektive einnimmt? Chapeau: Gerade die imaginierten Sequenzen gehören zu den stärksten des Films.

Nachdem die Kreuzbergerin Karo (ganz großer Seelenstriptease: Claudia Eisinger) erst den Job und dann den Lover verliert, stürzt sie in ein tiefes Loch. Weder ­Mutter (Katja Riemann), Großmutter ­(Barbara Schöne) noch beste Freundin (Laura Tonke) sind eine große Hilfe, wenn frau sich vor allem selbst im Weg steht. Also begibt sich Karo auf eine ­turbulente Psycho-Odyssee, mit kluger Therapeutin ­(Maren Kroymann) und ­diversen ­Ausflügen in die esoterische Hilfeindustrie.

Mängelexemplar

Vor allem dank der Leistung Claudia ­Eisingers schafft es die etwas zu lang geratene Tragikomödie, dass der Zuschauer die emotionalen Ausbrüche Karos tapfer meistert und ihr stets mit Sympathie zur Seite steht. Zugleich liefert „Mängelexemplar“ nicht nur den weiblichen Blick auf Depressionen, sondern zudem ein stimmiges Porträt der Generation um die 30, von der ja erwartet wird, dass sie stets auf der Überholspur unterwegs ist. Und da kann es einen schon mal aus der Bahn werfen.

D 2016, 112 Min., R: Laura Lackmann, D: Claudia Eisinger, Katja Riemann, Barbara Schöne, Laura Tonke, 

Mängelexemplar im Kino