Hommage

Maria by Callas

Der Reiz jedes neuen Maria-Callas-­Filmes hängt daran, ob neues Filmmaterial gefunden wurde. Nach diesem Kriterium hat Tom Volf Erstaunliches geleistet. Kein nachgereichtes Zeitzeugen-Interview, kein unmotivierter Ortstermin, nur: ­Callas pur! Und zwar in zahllosen Vintage-­Filmclips, Backstage-, TV- und Audioaufnahmen. Es wird keinerlei Chronik versucht, was gleichfalls wohltuend wirkt und den Charme dieses Hommage-­Puzzles ausmacht. Viel Musik ist drin, ­allerdings fast nur die Hits aus ­„Norma“, „La ­Traviata“, „Tosca“ und anderen Schlüsselrollen. Die Stimme der späten, vokal angegriffenen Callas wird einem ­erspart. ­Gerade so versteht man die genuine Tragödin, die sie war, besser. Eva Mattes liest – sehr schön – aus Briefen.

Die Callas
Foto: Fonds de Dotation Maria Callas

„Sie kam als Erste und sie ging als ­Letzte“, erklärt Lehrerin Elvira de Hidalgo den Erfolg und das Phänomen der Diva. Das scheint zu stimmen und definiert auch den Lerneffekt des Films. Denn die ­Callas besaß den intensivsten, sengendsten, entzündlichsten Sopran-Flammenwerfer überhaupt – aber nicht die schönste Stimme von allen. Sie war zweifellos eine ­glamourös schöne Frau; aber sie hatte dies selbst erreicht, durch eisernen Willen, ­blutige Hungerkuren und den ­erstaunlich erfolgreichen Versuch, wie Audrey Hepburn auszusehen. Alles war: Selbstdisziplin und Hingabe. Ein sehr ­schönes Denkmal, für Callas-Anfänger wie für Fortgeschrittene. 

F 2017, 113 Min., R.: Tom Volf

Maria by Callas

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