Historiendrama

Mathilde

Bei dem russischen Zaren Nikolaus II. sieht rückblickend alles besonders aus, weil er der letzte war – die Zarenherrschaft wurde durch die Revolutionen von 1917 ­beendet.

In Aleksej ­Uchitels Kostümschinken „Mathilde“ geht es um die Zeit der Brautschau des jungen ­Mannes, der ­damals noch nicht Zar, ­sondern ­Zarewitsch war. Er verliebt sich in die Ballerina Mathilde Kschessinskaja, die er nicht heiraten kann.

Mathilde

Daraus entsteht ein Dilemma, das sich fast zwei Stunden hinzieht, weil eine ­große Liebe es mit sich bringt, dass man sie nicht so leicht loswird. Und die heirats­politisch korrekte Partnerin ist auch da – sie stammt aus Deutschland: Alexandra von Hessen. Durch eine Laune des internationalen Koproduktionswesens hat es sich ergeben, dass zwei der drei Hauptfiguren in „Mathilde“ aus Deutschland sind: der omnipräsente Lars Eidinger spielt, meist mit teigiger Maske, den designierten Herrscher, und Luise Wolfram spielt (mit verhaltener Dramatik) seine ­künftige Gattin, die sich angesichts der Ballerina als Nebenbuhlerin sehen muss.

Bei Mathilde geht es hin und her, denn sie will ja nicht nur die große Liebe, sondern auch die Anerkennung auf der großen Bühne. All das erzählt Uchitel solide bis zu einem dramatischen Ende, das mit der Ballerina nichts mehr zu tun hat. In Russland machte „Mathilde“ ­Skandal unter Nationalisten. Na ja.

RUS 2017, 110 Min., R: Alexey Uchitel, D: Lars Eidinger, Michalina Olszanska, Luise Wolfram

Mathilde (2017)

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