Penisfilm

Mein neues bestes Stück

Skurrile Gender-Komödie aus dem Land der Liebe

ZITTY-Bewertung: 4/6

Oh je. Diese Komödie will uns von einer Französin erzählen, die als Architektin arbeitet, Mutter ist, just von ihrem Mann verlassen wurde und der obendrein, in einer gewitterigen Nacht, das männliche Attribut schlechthin wächst: ein Penis!

Jeanne ist völlig überfordert; was soll sie mit dem wackligen Stück Fleisch zwischen ihren Beinen? Und wo soll sie hin mit all jenen, sie plötzlich und überall durchströmenden Fantasien? „Egal, was ich tue, ich denke an Sex – sind alle Männer so?“ Auch der flugs zu Rat gezogene Arzt hat keine Abhilfe parat (leistet aber seelischen Beistand beim Onanieren). Auch ihrer Nachbarin klagt Jeanne ihr Leid, die aber zeigt sich eher amüsiert, denn wirklich mitfühlend.

Foto: Concorde Filmverleih

Zum Glück, und das kommt angesichts der albernen Exposition doch überraschend, hält sich der Klamauk hier in Grenzen. Und es gibt durchaus den ein oder anderen rührenden Moment: die Befreiung beim ersten Mal Pinkeln im Stehen. Oder Jeannes Verzweiflung ob all der stets lauernden Verlockungen: „Müssen die hautengen Outfits sein?“ Zwar lässt der Film von Regisseurin Audrey Dana (die auch die Hauptrolle spielt) kaum ein Klischee aus – Männer denken ohne Unterlass an Sex und pennen nach dem Beischlaf sofort ein. Und doch ist man am Ende irgendwie froh, dass dies eine französische Komödie ist. Zumal, wenn man sich ausmalt, was aus der skurrilen Story unter amerikanischer oder gar deutscher Ägide hätte werden können … Was auch für den Film spricht: Man bekommt das gute Ding, Jeannes Manneszier, kein einziges Mal zu sehen.

„Si j’etais un homme“, F 2016, 95 Min., R: Audrey Dana, D: Audrey Dana, Christian Clavier, Èric Elmosnino, Antoine Gouy, Start: 8.6.

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