Kino

Meine Tochter – Figlia Mia

Sardinien im Sommer. Die zehnjährige ­Vittoria (Sara Casu) ist hier ­aufgewachsen. Stets an ihrer Seite: Tina (Valeria ­Golino), eine Frau mit einem stets traurig wirken­den Blick, eine fürsorgliche Mutter. Doch in diesem heißen, staubigen Sommer tritt eine andere Frau verstärkt in das Leben ­Vittorias: Angelica (Alba Rohrwacher). Das Mädchen fühlt sich seltsam zu der blonden Frau hingezogen, sie verbringen viel Zeit miteinander, erkunden Erdlöcher in der wilden Natur der Insel, hängen zusammen ab. Keine angenehme Situation für Tina, die allmählich Angst bekommt, ihre „Tochter“ an diese Frau zu verlieren. Gilt etwa der alte Deal zwischen Tina und ­Angelica nicht mehr?

Meine Tochter
Vittoria und ihre zwei Mütter
Foto: Vivo film colorado film match factory productions bord cadre films

Mit ihrer extrem beweglichen ­Kamera stürzt uns Regisseurin Laura Bispuri in ­ihrem diesjährigen Berlinale-Wettbewerbs-Beitrag ohne Umschweife hinein ins verschwitzte Geschehen. Doch obwohl die Szenerie mit etlichen Laiendarstellern und dem deutschen Udo Kier als Migranten eine große Authentizität ausstrahlt, kommen wir den Figuren nicht wirklich nahe – zu vage und wenig fokussiert ist Bispuris filmischer Ansatz.

Erst allmählich kristallisiert sich ein Fragenkomplex aus Heimat, Herkunft und Familienbanden heraus. Dabei wirken die Frauen in dem nervösen Film so zerrissen wie die zerklüftete Landschaft. Frauen, die gezwungen werden, ihren „Way of Life“ zu überprüfen. 

D/I/CH 2018, 98 Min., R: Laura Bispuri, D: Alba Rohrwacher, Valeria Golino, Sara Casu, Udo Kier

Meine Tochter – Figlia mia

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