Kino

Messi and Maud

In den atemberaubenden Landschaften Chiles hat die niederländische Regisseurin Marleen Jonkman ihren Debütfilm als Road Movie inszeniert. Die Reise, die die Enddreißigerin Maud (Rifka Lodeizen) von im äußersten Süden des Landes gelegenen Patagonien bis zur nördlichen Atacama-Wüste führt, ist dabei aber vor allem auch eine innere.

Anfangs ist Maud noch mit ihrem Freund Frank zusammen, den sie bald verlässt, um allein weiterzureisen. Nur noch mit Sprachnachrichten auf dem Handy ist der Freund nun präsent, durch die man nach und nach erfährt, dass Maud sich nach einem Kind sehnt, das sie mit Frank nicht bekam. Dann kommt Messi (Cristóbal Farias) ins Spiel, ein achtjähriger Chilene, der nach seiner Mutter sucht. Dass die sich nach einem Kind sehnende Maud ihn unter ihre Fittiche nimmt, liest sich auf dem Papier wie eine allzu schematische Konstruktion, wie einer von allzu vielen Klischee-Momenten, die Maud auf ihrer Reise passieren.

Jonkman benutzt sie allerdings nur als lose Struktur, an der entlang sie die Sinnsuche ihrer Hauptfigur erzählt. Die könnte leicht zu einem allzu zugespitzten Ende führen, doch schließlich realisiert Maud, dass es keine einfache Lösung für ihr Verlangen gibt. Erst recht nicht in Gestalt eines noch so reizenden kleinen Chilenen, dem sie anfangs ein Fußballtrikot geschenkt hatte.

NL/D 2017, 92 Min., R: Marleen Jonkman, D: Rifka Lodeizen, Cristóbal Farias, Guido Pollemans Start: 6.9.

Infos und Termine

https://www.zitty.de/event/kino/messi-and-maud/