Kunstfilm

Michal Helfmans gelungener Schmuggel

Illegal und gefährlich: Halfmans neue Filmarbeit handelt von verbotener Einfuhr von Hilfsgütern nach Syrien

Als Israelin ist Michal Helfman dem Bürgerkrieg in Syrien geografisch gesehen zwar sehr nah, doch für die Jüdin und ihre Landsleute ist die Grenze zum Nachbarland unüberwindbar. „Mich berührt der Konflikt dort sehr“, sagt die Künstlerin aus Tel Aviv bei der Eröffnung ihrer Ausstellung in den Kunst-Werken (KW). Zufällig lernte sie eine Israelin kennen, die auf illegalen und höchst gefährlichen Wegen Hilfsgüter zu notleidenden Menschen in Syrien bringt. Helfman nutzte sie als Kurierin für eine außer­gewöhnliche Kunstaktion und als Protagonistin für ihren neuen Film.
In „Running Out Of History“ ist Helfman im Gespräch mit der Aktivistin zu hören, doch der Betrachter sieht unter anderem das Innere eines 3D-Druckers. Die Schmugg­lerin brachte solche Geräte nach Syrien, mit denen sich Prothesen für Invalide herstellen lassen. Helfman spielte auf die Festplatten eine weitere Datei, mit der sich Würfel produzieren ließen. Sie erhielt schließlich eine Video­botschaft aus Syrien, die sie als Schlusssequenz von „Running Out Of History“ verwendet hat: Ein Mann wirft die Würfel und spricht über Vergangenheit und ­Zukunft seines Landes. Helfman gelingt damit eine höchst berührende Arbeit, die zeigt, was jenseits aller Fronten wirklich zählt: das Leiden von Millionen Menschen endlich zu beenden.

Bis 13.3.: Kunst-Werke (KW), Auguststr. 69, Mitte, Mi–Mo 12–19, Do 12–21 Uhr,
Eintritt 6/erm. 4 Euro, Do ab 19 Uhr ermäßigt