Kino

Mišel Matičevićs Exil

Ein Migrant in der Identitätskrise

Foto: Komplizen Film

Am Anfang hängt eine tote Ratte an der Stadtrand-Gartentür. Und schon klingeln beim gebürtigen Kosovo-Albaner Xhafer (Mišel Matičević) die Alarmglocken – all die kleinen oder großen Ressentiments gegenüber ihm als Ausländer haben sich in seine Seele gegraben – und das trotz liebender deutscher Ehefrau (Sandra Hüller) und Kind, Eigenheim am Stadtrand einer deutschen Stadt sowie qualifiziertem Job in einer Pharmafirma. Allmählich steigert sich Xhafer in einen Verfolgungswahn.

Autor und Regisseur Visar Morina findet für den inneren Zustand seiner Hauptfigur die passenden klaustrophobischen Bilder und kreiert so ein packendes Drama über eine Identitätskrise. Und Mišel Matičević ist mit seinem reduzierten Spiel schlicht brillant.

D/B/KOS 2020, 121 Min., R: Visar Morina,
D: Mišel Matičević, Sandra Hüller, Rainer Bock, Thomas Mraz, in der Sektion Panorama der Berlinale, Kinostart: 4.6.