So war es beim Kiezgourmet präsentiert von Mastercard priceless Berlin

Mitten in Mitte

Der Alexanderplatz war bis dato kein guter Ort um Hunger zu bekommen. Verloren und verlassen stand da der Hauptstadtfoodie zwischen Grillwalkern und den einschlägigen Outlets der Systemgastronomie. Heiß, fettig und zügig, soweit das gastronomische Angebot in Berlins mittigster Mitte. Jetzt gibt es hier ein Kaffeehaus, das Freilandeier aus Brandenburg als Egg Benedict serviert, auf italienischem Sauerteigbrot aus der Markthalle Neun. 19Grams heißt der Laden, es ist das inzwischen vierte Lokal jener Kaffeeenthusiasten, die vor siebzehn Jahren ganz klein in Friedrichshain angefangen hatten: Tres Cabezas hieß man damals noch und er große Kaffee-Hype lag noch in weiter Ferne.

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Jetzt beginnt hier, mitten auf dem Alexanderplatz, also unser Kiezgourmet. Und auch wenn uns die miniaturisierten Happen von der Lunchkarte herzlich empfangen haben, gekommen sind wir, um Kaffee zu verkosten. Und zu verstehen, was für eine wunderbare Frucht die Kaffeekirsche ist. Im Wein schmeckt man theoretisch 200 Aromen, im Kaffee können es bis zu acht Mal so viele sein. Ob wir alle herausgeschmeckt haben? Zumindest haben wir uns mit Bence Bagdi, Barista und Kaffeetrainer, auf eine Reise durch den Kaffeegeschmack gemacht. Äthiopien, Costa Rica, Kenia, erstaunlich wie unterschiedlich die Filterkaffees schmecken. Vor allem aber: wie intensiv.

Danach zog es unsere kulinarische Reisegruppe in einen Hinterhof am Hackeschen Markt. Dort nämlich, ist ein Restaurant aus der Zukunft zuhause, mindestens was den Bestellprozess betrifft. Im Data Kitchen wird der Lunch bequem vom Büro aus über eine App geordert und wartet dann, minutengenau, hinter eine großen Medienwand im Restaurant. Die Zeit, die der Gast so spart, wird in eine handwerkliche Küche aus regional-saisonalen Zutaten investiert. Küchenchef Alexander Brosin hat bei Michael Hoffman im Margeaux gelernt – seine Schulter von Wolwina Rind, einer alten polnischen Landrasse, kam mit Mehrerlei von der Bete und einem vollmundigen Geschmack, wie ihn nur eine entschleunigte  Schmorküche hinbekommt. Viel Handwerk in einem Laden, hinter dem der Berliner Gastro-Entrepreneur Heinz  Cookie“ Gundillis und der Software-Konzern SAP stecken. Abends übrigens war das Data Kitchen exklusiv für unser Kiezgourmet präsentiert von Mastercard Priceless Berlin geöffnet. Dieses Smartphone basierte Esserlebnis sei darüber hinaus aber jedem und jeder ans Herz gelegt. Erlebnisküche sozusagen.

Noch ein Hauptgang. Blumenkohl in seinen unterschiedlichsten Aromen und Aggregatszuständen. Ein zeitgemäßer vegetarischer Teller in einem zeitgemäßen Restaurant: dem Dae Mon am Mobijouplatz, in dem der junge Küchenchef Raphael Schünemann eine zeitgemäße Haute Cuisine asiatisch grundiert. Er selbst nennt es ganz passend eine „Open Minded Cuisine“. Wir nennen es einen Küchenstil, der viele Geschmäcker hineinlässt, ohne in einer kulinarischen Beliebigkeit zu enden. Dass dieses Dae Mon mit seinem dunklen Glamour und seiner stilsicheren Eleganz einer der schönsten Läden nicht nur von Mitte ist, passt da wunderbar ins Bild eines sehr zeitgemäßen Gesellschaftslokals.

Drüben Ecke Krausnickstraße bildet eine gewesene Altberliner Kneipe derweil den Rahmen für eine noch immer neue Bar. Mr. Susan heißt diese. Und wer denn Namen noch von einer gleichnamigen Street-Food-Küche kennt: Bald wird dieser Mr. Susan auch koreanisch kochen. Noch gefällt der Laden als handwerkliche Speak-Easy-Bar, in dem die noch immer junge Crafted-Spirits-Kultur auch all jenen mundet, die eine Bar vor allem wegen der Atmosphäre (und der guten Drinks) besuchen, nicht wegen der nerdigen Kennerschaft.

Wer also ganz easy auf einen hammerguten Absacker will: Die kleine Karte im Mr. Susan schafft es, so ziemlich alle Geschmäcker und Stimmungen in einem guten Dutzend Drinks abzubilden. Ein sinnlicher Ort will diese Bar sein, denn guter Geschmack ist vor allem einer, der dem Gast nicht hochnäsig und von oben herab begegnet. Wir empfehlen ganz unbedingt den „Sesame“, der mit einem fettgewaschenen Whiskey, Madeira und Apricot Brandy gemacht und mit einem wunderbar trockenen Lambrusco und japanischem Sesamöl verfeinert wird.

Fotos: F. Anthea Schaap