Essen gehen

Montraw

Wie sieht das aus?

Kubistische Tom-Dixon-Lampen über den Holzstühlen des nun auch schon seit einer ziemli­chen Weile ziemlich angesagten Designerlabels e15. Stromkabel, die aus offenliegenden Kupferrohren purzeln. Viel Grau, viel Schwarz, dazwischen ein wenig heiteres Blau und Türkis: So sehen sie aus, die hippen Restaurants in London, Tel Aviv, Berlin und vor allem auf Instagram. Schade also, dass die meisten sanierten Altbauten in dieser Nachbarschaft längst neue Besitzer gefunden haben. Dieses Montraw wäre sonst immerhin für ein paar Einrichtungstipps gut.

Wie hat es geschmeckt?

Zeitgeistig geht es auch auf der Karte weiter. Israelisch-Mediterran schmeckt es seit einigen Monaten in der Straßburger Straße, ohne dem schwäbelnden Prenzlauer Berg allzu küchenavantgardistisch zu kommen. Der gegrillte Oktopus (18 Euro) war ein in Textur wie Aroma überzeugendes, ­köstlicherweise gar nicht öliges Leibgericht. Das Fisch Crudo von der Gelbflossenmakrele (10 Euro) gefiel mit einer Balance aus Säure, Schärfe und Mineralität. Beim Salat von Fenchel und Rüben überwogen indes die erdigen, breiten Noten allzu sehr. Totalausfälle: eine komplett versalzene Fisch-Pasta und ein aufgeregter Service. Zwischendurch hatte man für Minuten das Gefühl, eine Putzkolonne fege durch das Ecklokal.

Und unter dem Strich?

Unter den neuen israelisch-arabischen Läden hat das Night Kitchen in Mitte mehr Soul, das Gordon im Schillerkiez mehr Lässigkeit und das Kanaan mehr Street (Food) Credibility. Das Montraw hingegen hat hat vor allem ein Konzept. Und hinter diesem das Authentische zu finden, gelang uns trotz einiger ­gelungener Impulse aus der Küche nicht.

Straßburger Str. 33, Prenzlauer Berg, Di – So 18 – 23 Uhr, www.montraw.com