Berlins aufregendste junge Schauspieler

Moritz Grove

In Nurkan Erpulats Inszenierung von Kafkas „Das Schloss“ glänzte Moritz Grove mit einer Rolle, die eigentlich undankbar ist. Das schier endlose Herumirren des Helden, der sucht und nicht genau weiß was, könnte leicht eintönig werden. Doch ­Moritz ­Grove machte das so konkret und mit soviel Variation und Notwendigkeit, dass es den ganzen Abend über spannend bleibt.

Der gebürtige Hamburger hat die Hochschule für Musik und Theater in seiner Heimatstadt besucht, anschließend dort eine Spielzeit am Thalia Theater gespielt und ist beim Intendantenwechsel 2009 mit Ulrich Khuon ans Deutsche ­Theater gekommen. Er spielt den Woyzeck im Tom-Waits-Musical, schlägt komödiantische Funken aus der Rolle des Jung-Nazis Ernst in „Geschichten aus dem Wiener Wald“ und stellt daneben mit Kollegen Liederabende nach berühmten Filmen auf die Beine. Ausgleich zu den schweren Stoffen im Hauptspielplan und ein Spaß für Publikum und Spielende gleichermaßen. „Paul und Paula“ war schon dran, „Casablanca“ hat Ende September in der DT-Box Premiere. Jemand, der zur Entspannung arbeitet, muss seinen Beruf sehr lieben.

Soviel Hingabe wurde 2011 gleich doppelt belohnt: Moritz Grove erhielt den Kunstpreis Berlin der Akademie der Künste und den Daphne-Preis, den die Berliner Theatergemeinde für ­außergewöhnliche darstellerische Leis­tungen vergibt. Susanne Stern

Alter: 31
Theater: Deutsches Theater
Paraderolle: Der Sisyphos-ähnlich kämpfende Landvermesser K in „Das Schloss“ (Regie: Nurkan Erpulat)
Auch bekannt durch: „Krabat“ von Marco Kreuzpaintner (Kino)
Demnächst zu sehen: in „Moritz Grove präsentiert Casablanca“ 28.9.+3.10., „Agonie“ 18.+27.9., Deutsches Theater.