Dokumentarfilm

Namrud: ­Troublemaker

Jowan Safadi ist Musiker. Er singt über die Probleme der arabischen Bewohner ­Israels, den alltäglichen Rassismus, die ­Benachteiligung. Er lebt mit seinem 16 Jahre alten Sohn Don in Haifa. Der ­Junge würde am liebsten jeden Tag stundenlang am Computer spielen, aber sein ­Vater drängt ihn, an den Strand zu gehen. Der Hund Bandar komplettiert die Familie, von der Fernando Romero Forsthuber in „Namrud“ erzählt.

Der Troublemaker
Foto: Partisan Filmverleih

Der Dokumentarfilm konzentriert sich voll auf seinen Protagonisten und dessen engeres Umfeld, aber der größere Kontext kommt dadurch keineswegs zu kurz. Denn in Jowans Leben und in seiner Musik (er singt auf Arabisch und später, in ­einem wichtigen Moment, auch auf Hebräisch) ist alles politisch, ist alles eine höchst kritische Auseinandersetzung mit der ­Politik Israels. Jowan ist Bürger eines Staats, in dem er sich nicht vertreten fühlt.
Bei einem Besuch eines Theaters wird die aggressive Stimmung in Israel spürbar, ­dann gibt es entspannte Szenen am Strand, und dabei immer wieder die Frage: Wie (und wo) sollen, wollen Jowan und Don künftig leben? Dass Jowan schließlich ein Konzert bei den „Cousins“ spielt, also bei einem israelischen Veranstalter, kann man vielleicht als Zeichen eines denkbaren Arrangements nehmen. Aber als Botschaft bleibt doch vor allem der Hit von Jowan: „Es ist hart, ein Araber zu sein im Land Palästina.“ 

A 2017, 95 Min., R: Fernando Romero-Forsthuber

Namrud – Troublemaker

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