Dokumentarfilm

National Bird

Betrachtungen und Nachforschungen über den verschwiegenen ­Drohnenkrieg der USA

ZITTY-Bewertung: 5/6

Drohnenkrieg, war da was? In diesen ­Tagen muss es schon die „Mutter aller Bomben“ sein, die letzten Monat durch das US-Militär zum Einsatz kam, um Schlagzeilen zu machen. Das alltägliche Drohnenprogramm, mit denen die USA ihren „Krieg gegen den Terrorismus“ führt, findet kaum noch öffentliche Aufmerksamkeit.

Das ist auch einer der Gründe, die ­Heather Linebaugh zu einer Drohnen-Kriegs­veteranin machen, bei der eine ­entsprechende posttraumatische Belastungsstörung dia­gnostiziert wurde. Sie ist eine von drei Personen, die für das US-Drohnenprogramm gearbeitet haben, daran ­beinahe zugrunde gegangen wären und in „National Bird“ (produziert von ­Errol Morris und Wim Wenders) porträtiert werden. Ihre ­Schritte in die Öffentlichkeit, zunächst via ­sozialer Medien und nun mit diesem Film, sind Teil ihrer eigenen Psychotherapie, mit den Umständen und Tatsachen klar zu kommen, dass sie indirekt für den Tod zahlloser Menschen mitverantwortlich ist. Obwohl ihr Job nur darin bestand, ­Daten und Computerbilder auszuwerten und zu analysieren.

National Bird
NFP Marketing & Distribution TenForwardFilms TorstenLapp

Die Filmemacherin Sonia Kennebeck ­begleitet die drei bei ihrem Balanceakt ­zwischen ­persönlicher Aufarbeitung und ­Aufklä­rung über eine entmenschlichte Form moderner Kriegsführung, wobei die Protagonisten stets Gefahr laufen, mit staatlichen ­Repressionen konfrontiert zu werden. 

USA/D 2016, 92 Min., R: Sonia Kennebeck

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